Artikel (Review)
The Kore Gang
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Die Invasion der Inner-Irdischen
Review: Wii Was lange währt wird endlich gut. So könnte man die Geschichte von 'The Kore Gang' treffend zusammen fassen, hat das Spiel doch eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Schon 2003 wurde der Titel erstmals angekündigt, damals noch für Microsofts alte Xbox. Nach einigem hin und her wurde er dann vorerst auf Eis gelegt und fünf Jahre später überraschend für Wii angekündigt, nur um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Letztendlich ist es dem Herzblut einiger Entwickler zu verdanken, dass es das Spiel doch noch in die Läden schaffte. ![]() Dabei ist die Idee hinter 'The Kore Gang' so erfrischend wie albern. Als die junge Pixie eines Tages mitten in Manhattan bei ihren Freikletterübungen vom Dach eines Wolkenkratzers in die Tiefe stürzt, erwartet sie unten nicht der sichere Tod, sondern plumpst zufällig in ein unterirdisches Geheimlaboratorium. Hier hat der ebenso begnadete wie wirre Dr. Samuelson den Kore-Suit entwickelt, der sich den Fähigkeiten seines Bedieners anpasst und diese verstärkt. Während Pixie begeistert mit den neuen Kletterfunktionen spielt erreicht sie der Notruf des Doktors. Er wurde von den fiesen Krank Brüdern gefangen genommen, die sich im Inneren des Planten in einem gigantischen Bohrer eingenistet haben. Ihnen fehlt nur noch der Weg an die Oberfläche (nach oben...), um die Kruste zu durchbrechen und mit ihrer Armada böser Helfer die Welt zu erobern. Das kann Pixie als gute Erdenbürgerin natürlich nicht zulassen, und so macht sie sich mit dem Anzug auf den Weg ins Erdinnere, um den Dr. Samuelson zu befreien und die Krank Brüder aufzuhalten. ![]() Unterwegs trifft sie auf den etwas einfältigen, aber kräftigen und gutmütigen Madboy, der im Untergrund seinen entlaufenes Hündchen sucht. Kurzerhand schließt er sich Pixies Mission an, und bald landet auch der nervöse Chihuahua Rex im Team unter der Stahlhaut des Kore-Suits. Gemeinsam ergänzen sie ihre jeweiligen Fähigkeiten bei ihrem gefährlichen Einsatz. Pixie erreicht dank Enterhaken und Doppelsprung auch entlegene Stellen, Madboy unterstützt schlagkräftig mit den Fäusten und seinem kräftigen Wurfarm, und mit Rex am Steuer verwandelt sich der Anzug in eine vierbeinige Rennmaschine, die mit ihrem feinen Gehör auch Gegner belauschen und Schlösser knacken kann. Schon bald erreichen sie das Innere des Bohrers, doch anstatt vieler metallener Tunnel erwarten sie großzügig angelegte Landschaften unter freiem Himmel und pittoresk anmutende Dörfer. Das Fußvolk soll sich schließlich schon mal an die Bedingungen gewöhnen, die an der Oberfläche auf sie warten. Doch es regt sich Widerstand, eine Gruppe Abtrünniger widersetzt sich der Propaganda der Krank Brüder. Sozusagen der Untergrund im Untergrund. Aber da dessen Mitglieder, wie generell alle Bewohner des Bohrers, nicht zu den hellsten Köpfen gehören, benötigen sie immer wieder Hilfe unseres Trios, um sich den zahlreichen Schergen der Brüder zu erwehren. Und nebenbei muss ja auch noch ein Genie befreit und die Menschheit gerettet werden. Viel zu tun also unter Tage. ![]() Spielerisch präsentiert sich 'The Kore Gang' als waschechtes 3D-Jump'n'Run, bei dem sich Sprung- und Kampfaction die Waage halten, gewürzt mit einigen kleinen Rätseleinlagen. Durch die jederzeit wechselbaren Charaktere mit ihren speziellen Fähigkeiten ist für allerlei Abwechslung gesorgt. Dafür sorgen auch viele witzige Einfälle, wie zum Beispiel ein riesiger fliegender Catfish, der zwei Propeller auf den Rücken geschnallt hat und so als Lufttaxi dient. Das Ganze ist herrlich unkonventionell und erinnert erfahrene Gamer an 'Psychonauts' von Entwicklerlegende Tim Schafer. Und nicht nur der Humor, auch der comichafte Grafikstil weckt angenehme Erinnerungen. Nicht die schlechteste Referenz, doch bietet 'The Kore Gang' genügend eigene Ideen, um nicht als Abklatsch unangenehm aufzufallen. Auf der technischen Haben-Seite kann das Spiel eine bunte und ruckelfreie Spielwelt vorweisen, eine gute deutsche Komplettvertonung sowie eine Steuerung, die die Funktion der Wii sinnvoll nutzt und löblicher weise auf unnötige Schütteleien verzichtet. Nur die bedingt frei bewegbare Kamera nervt manchmal mit ungünstigen Positionen. Aber dank großzügig verteilten Speicherpunkten und moderatem Schwierigkeitsgrad ist es nicht allzu tragisch, wenn mal ein Sprung auf die nächste Plattform daneben geht.
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