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Last Window - Das Geheimnis von Cape West


Review: Nintendo DS

Es ist soweit! Der Nachfolger von “Hotel Dusk – Room 215” ist erschienen! Wir haben "Last Window – Das Geheimnis von Cape West” ausführlich für Euch getestet und verraten hier wie sie denn so ist, die lang ersehnte Fortsetzung des Kultspiels...

Eines der außergewöhnlichsten DS-Spiele überhaupt dürfte für einige “Hotel Dusk – Room 215” sein. Seine ungewöhnliche Handhabung des DS, der einzigartige Zeichenstil und nicht zuletzt auch die spannende Geschichte fanden weltweit zahlreiche Anhänger, die seit 2007 sehnsüchtig auf eine Fortsetzung warteten. Umso größer war die Überaschung, als im März diesen Jahres, wenige Wochen nach dem japanischen Release des Nachfolgers, der Entwickler CING Insolvenz anmelden musste. Die Frage, die sich daraufhin stellte, war ob es nun jemals zu einem europäischen Release kommen würde. So schielte so mancher mit einem etwas bangem Auge zu Nintendo, die seinerzeit bereits Hotel Dusk veröffentlichten. Und Nintendo griff zu: vor Kurzem erschien nun endlich der Nachfolger “Last Window – Das Geheimnis von Cape West”, lokalisiert für ganz Europa, auf dem DS.



Wer bereits den Vorgänger gespielt hat, wird sich ganz zu Hause fühlen. Wieder hält man den DS hochkant wie ein aufgeschlagenes Buch, wieder steuert man Kyle Hyde per Touchpen durch die unterschiedlichen Räume eines weitläufigen Gebäudes. Man recherchiert, knobelt, sucht, fragt, kombiniert und findet dabei die Spur zu einem alten und großen Geheimnis.



Um nicht unnötigerweise zu viele Worte zur tatsächlichen Story zu verraten, soll nur soviel gesagt sein: Den Spieler erwartet ein durchaus spannender, verstrickter Kriminalroman, dessen Handlung und Geheimnisse sich langsam von Kapitel zu Kapitel erschließen. Sollte man den Vorgänger nicht kennen, ist das nicht weiter tragisch, da die Handlung (bis auf ein paar gut erklärte Stellen) durchaus eigenständig ist. Im wesentlichen besteht diese aus langen Dialogen, die man mit anderen Charakteren führt, klassischen Poit & Click – Sequenzen und kleinen wie großen Rätseleinlagen mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Dabei fühlt man sich aber nie wirkich allein gelassen, denn Hinweise gibt es für den aufmerksamen Spieler en masse. Wobei es durchaus ratsam ist, sich an den einzelnen Schauplätzen gründlich umzusehen. Denn Gegenstände, die im Laufe der Handlung irgendwann mal benötigt werden, nimmt Kyle nicht automatisch mit. Erst, wenn sich im Laufe der Handlung die Notwendigkeit ergibt, kann man die entsprechenden Dinge auswählen und mitnehmen. Das mag zu einigen Laufwegen führen, aber letztendlich ist es nur die Schlussfolgerung des eingangs gegebenen Tipps: “Verhalte dich so, wie du dich auch im richtigen Leben verhalten würdest”. Und da schleppt man nunmal auch äußerst selten ein Brecheisen mit sich herum, wenn man es nicht zwangsweise benötigt. Daher hilft vor allem: immer gründlich umsehen. Denn auch Gegenstände, die scheinbar sinnlos in Schubladen oder Kisten vor sich hinstauben, können später durchaus noch nützlich sein. Und dann ist es gut, wenn der Spieler in etwa weiß, wo er das Gesuchte finden wird.



Ein Manko gibt es allerdings, denn irgendwie gleicht “Last Window” dem Setting von “Room 215” sehr häufig einfach zu sehr, um nicht wie eine etwas aufwändigere Neuauflage des Vorgängers zu wirken. Ein klein wenig Abwechslung wäre hier durchaus sinnvoll gewesen. Allerdings - so vertraut die Umgebung stellenweise wirken mag - so wird dieser Nachteil jedoch durch die größtenteils neuen und tiefsinnigen Charaktere und durch die kreative Nutzung der unterschiedlichen DS-Funktionen wieder wett gemacht. Als weiteres Schmankerl und für jene Spieler, die nicht mehr weiter wissen, wird der “Roman zum Spiel” direkt mit geliefert. Jedes abgeschlossene Kapitel wird also im Anschluß zum Lesen freigeschaltet. Im Anhang einiger Kapitel findet man von Zeit zu Zeit auch “Geheimakten”, die zusätzliche Informationen zu den Rätseln beinhalten. Kommt man ins Hängen, kann man hier also ab und zu sinnvolle Tipps einheimsen. Schafft man das Spiel jedoch ohne eine der Geheimakten zu öffnen, winkt im Anschluß ein Bonus.



Auch der Soundtrack wird Spielern des Vorgängers recht vertraut vorkommen. Die Hintergundmusik präsentiert sich in Form von ständig wechselnden Jazzig angehauchten Musikclips, die mit Kopfhören auf jedem Fall besser klingen und weniger nerven als ohne.



Alles in allem ist “Last Window – das Geheimnis von Cpae West” ein würdiger Nachfolger des Vorgängers, der dessen Geschichte auch sinnvoll weiter führt. Daher ist es durchaus eine Kaufempfhlung für alle, die wissen wollen, wie es mit der Geschichte von “Kyle Hyde” weiter ging. Spieler, die keine Vorkenntnisse von “Hotel Dusk” besitzen, dürfen sich bedenkenlos für einen von beiden Teilen entscheiden. Großartige Spoiler zu “Buch 1” gibt es nicht wirklich, so dass es unterm Strich egal sein dürfte, welches der beiden “Bücher” man zuerst gespielt hat.



Bleibt nur zu hoffen, dass nicht nur das Spiel bei Nintendo offenen Türen eingerannt hat, sondern dass auch einige der Entwickler dort ihre phantastische Arbeit fortsetzen können. Auf das dies nicht der letzte Teil dieser spannenden Serie war. 

 

Geschrieben von: Stephanie Kons am 12.10.2010
Leserwertung: 





  

Positiv

  • Handhabung des DS
  • spannende Story
  • sehr textlastig, da “spielbares” Buch

Negativ

  • manchmal einfach zu Nahe am “Original”
  • sehr textlastig, da “spielbares” Buch
     

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