Artikel (Review)
Medal of Honor
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Review: PC / PS3 (getestet) / Xbox 360 (getestet)
Es ist schon eine Weile her, als das erste MoH auf der Playstation für Furore sorgte. 1999 kam der erste Teil, produziert von Dreamworks, dessen Chef Steven Spielberg auch an dem Projekt beteiligt war, in die Läden und beeindruckte mit der realistischen Darstellung. Einige weitere Teile folgten für verschiedene Systeme, hatten aber alle eines gemeinsam, sie spielten alle im zweiten Weltkrieg. Mit Medal of Honor: Heroes 2 erschien 2007 der vorerst letzte Teil der Serie, für die Wii und die PSP. Nun hat Electronic Arts ein neues Medal of Honor veröffentlicht. Und erstmals ist das Setting nicht im zweiten Weltkrieg angesiedelt, sondern es geht in den aktuellen Konflikt nach Afghanistan. Was ist eigentlich die Medal of Honor? So wird die höchste Auszeichnung für amerikanische Soldaten bezeichnet, verliehen für außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf. Die Auszeichnung hat eine lange Tradition, sie wurde schon 1861 im amerikanischen Bürgerkrieg von Abraham Lincoln eingeführt. Die Träger der Medal of Honor genießen einige Privilegien, so werden sie immer zuerst gegrüßt, unabhängig vom Dienstgrad, sie erhalten einen Ehrensold von rund 1000$ pro Monat und ihre Kinder haben einen Anspruch auf einen Platz in einer Militärakademie. Jedoch wird der Orden in mehr als der Hälfte aller Fälle posthum an gefallene Soldaten verliehen. Und auch im aktuellen Krieg in Afghanistan wurde die Ehrenmedaille schon verliehen. ![]() Skandal um den Multiplayer Modus
Bereits im Vorfeld sorgte das Spiel schon für eine Menge Aufregung. So sollte es möglich sein, im Multiplayer Spiel in die Rolle der Taliban zu schlüpfen. Das sorgte für Empörung bei den Streitkräften, die in Afghanistan im Einsatz sind. EA wurde scharf kritisiert und es wurde zum Boykott aufgerufen. Besondere Kritik kam aus England, aber auch die USA und Angehörige der Bundeswehr übten Kritik, bis EA schließlich einlenkte. Laut Executive Producer Greg Goodrich wurde die Taliban nun in Opposing Force umbenannt, aus Respekt vor den Männern und Frauen im Militärdienst. ![]() Heißer Ritt durch die Wüste
Der Spieler übernimmt in der Solokampagne abwechselnd die Soldaten Rabbit oder Deuce, beide sind Mitglieder der Spezialeinheit Tier 1. Deren Aufgabe ist es, Informationen vom Feind zu beschaffen oder ihn zu sabotieren. Zunächst besteht die Aufgabe darin, einen Informanten zu finden, der Trupp gerät dabei jedoch in eine Falle der Taliban. Und ab jetzt geht es von einem kleineren Gefecht zum nächsten. Feinde werden ausgeschaltet, Fahrzeuge mit Infrarot markiert, so dass die Luftunterstützung gezielte Angriffe einleiten kann, oder Sprengsätze verlegt. Dabei sieht die Grafik beängstigend realistisch aus, anders als bei der bunten und bombastischen Präsentation der Konkurrenz. Die Atmosphäre ist extrem dicht, die hervorragende Sprachausgabe, ständig tönen Funksprüche durch die Kopfhörer, tut ihr übriges. Die Steuerung wird in der ersten Mission erklärt, ist aber schnell verinnerlicht, wenn man schon mal einen Ego-Shooter gespielt hat. ![]() Ich werd zum Tier
Hat man die Kampagne beendet, warten weitere Missionen im Tier-1 Modus. Hier müssen Aufgaben unter Zeitdruck beendet werden. So müssen in schneller Folge Feinde auch schon Mal im Nahkampf ausgeschaltet werden. Der Multiplayer Modus zum Spiel wurde getrennt von der Kampagne von einem eigenen Team programmiert. Und die Experten von Dice haben hier ganze Arbeit geleistet. Verschieden Varationen sorgen hier für Abwechslung und spannende Mehrspielerschlachten, an denen jeweils bis zu 24 Leute teilnehmen können. Je nach Modus stehen drei bzw fünf Karten zur Verfügung, die wohl irgendwann durch Downloads aufgestockt werden können. ![]() Bombenwetter in Afghanistan
Im Ego-Shooter Genre herrscht große Konkurrenz, aber Medal of Honor kann da sicherlich im oberen Segment mitspielen. Wo andere Spiele mit grandioser Optik glänzen, setzt MoH eine beklemmende, realistische Atmosphäre dagegen. Eine ausgezeichnete Sprachausgabe und eine ebenso gute, restliche Soundkulisse tun ihr weiteres dazu. Und die verschiedenen Multiplayer-Modi werden wieder für hunderte Schlachten auf meinem Bildschirm sorgen. Vielleicht reicht es für MoH nicht zur Ehrenmedaille, den Silver Star gibt es aber allemal, mit allen Ehren. Die Playstation 3 Version: ![]() Medal of Honor für die PS3 ist identisch mit der getesteten Version für XBox360, die Bewertung bleibt gleich. Die Steuerung geht locker von der Hand, und die Framerate bleibt auch bei der größten Action auf dem Bildschirm stabil. Einziges Manko: aus der Nähe betrachtet werden die Texturen unansehnlich matschig, und Schatten bekommen einen unschönen Treppeneffekt. Abgesehen davon macht Medal of Honor auch auf Sonys Konsole mächtig was her. Dirk Kons
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