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Artikel (Review)

Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth


Review: DS (getestet)

Seit Februar sollte wieder ein Ruf durch die deutschen Wohnzimmer gehen: 'EINSPRUCH!' Doch was ist das? Der neueste Teil der 'Ace Atorney'-Reihe 'Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth' erschien nur auf Englisch und das trotz deutschem Release. Laut offizieller Aussage seitens CAPCOM ist auch bis auf Weiteres keine deutsche Umsetzung geplant. Dies sorgte bei einigen Gamern für lange Gesichter, ist doch die Hemmschwelle ein Spiel auf Englisch zu kaufen bei vielen relativ hoch. Hier trifft es gerade eine Serie, die schon immer mehr von ihren Dialogen und Textpassagen lebte als von bahnbrechender Action. Ist es eigentlich so spielbar?



Um es vorweg zu nehmen: Ja, ist es durchaus. Für Englisch-Anfänger vielleicht nicht ganz so einfach, in der Sprache geübtere Spieler sollten aber keine großen Probleme haben. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, dann sei Euch die Flash-Demo am Ende des Artikels ans Herz gelegt, hier bekommt Ihr auch einen guten Eindruck von dem, was den geneigten Käufer erwartet.

Abgesehen davon hat CAPCOM ein durchaus unterhaltsames Spiel abgeliefert, dass einen würdigen fünften Teil der Serie darstellt.
In dieser Episode steuert man erstmals den gefürchteten Staatsanwalt Miles Edgeworth, der von einem längeren Auslandsaufenthalt zurück kommt und direkt mit einem Mord in seinem Arbeitszimmer konfrontiert wird. Natürlich nimmt er sofort die Ermittlungen auf, um den Täter dingfest zu machen. In erster Linie stehen ihm dabei das Mädchen Kay Farraday und der aus den Vorgängern bekannte Detective Dick Gumshoe zur Seite. Kenner der Serie dürfen sich auch über ein Wiedersehen mit einigen anderen der schrulligen Charaktere freuen, die teilweise recht ausführliche Auftritte haben.

Für den neuesten Teil wurde das Spielsystem deutlich entschlackt. Musste man bei den Vorgängern die Wahrheit schon mal mit Hilfe diverser Amulette aus den Verdächtigen herauskitzeln, ist dieser Teil weitaus bodenständiger geraten. Miles Edgeworth ist ein eher nüchterner Zeitgenosse, der dem Gesetz der Logik vertraut. Schon allein deshalb gibt es dieses Mal keine Geisterbeschwörungen im Gerichtssaal. Vielmehr sammelt man am Ort des Geschehens Daten und Fakten, die man unter anderem über einen 'Logic'-Button miteinander kombiniert um die passenden Schlussfolgerungen zu ziehen. Zusätzlich verhört man Zeugen und sammelt Beweisstücke, die man (auch das kennt man aus den Vorgängern) in einer schmucken Detailansicht genauer untersuchen kann. Alles in allem sind die Rätsel recht logisch aufgebaut, ins Stocken gerät man daher selten.



Es gibt in diesem Teil keine Verhandlungen im Gerichtssaal, wie man sie bisher kennt. Die Handlung spielt sich am Tatort während der Ermittlungen ab. Das gilt auch für Verhöre, die es nach wie vor gibt. Ebenfalls ist der 'Vertrauensbalken' erhalten geblieben. Präsentiert man die falschen Beweisstücke an der falschen Stelle, oder zieht man eine falsche Schlussfolgerung, wird ein Teil davon abgezogen. Im schlimmsten Fall bedeutet das 'Game Over' und man muss den letzten Speicherstand laden. Speichern geht übrigens grundsätzlich immer, es sei denn, man befindet sich in einem der Menüs.

Wie Eingangs erwähnt, lebt das Spiel nicht unbedingt von seiner actiongeladenen Grafik. Es ist eher ein spielbarer Manga als ein typisches Adventure – schon auf Grund der langen Dialoge. Dennoch weiß es zu unterhalten, allein durch die schrägen Gestalten, mit denen man sich auseinander setzen muss. 'Normal' ist im 'Ace Attorney'-Universum eigentlich niemand. Auf dem ersten Blick mag mancher der Charaktere recht stereotyp wirken, jedoch wäre es kein 'Ace Attorney', gäbe es nicht immer wieder überraschende Wendungen und Wandlungen...

Die Hintergrundmusik ist wieder recht stimmungsvoll und den Geschehnissen angepasst, so dass sie nur selten anfängt zu nerven. Werden die gesprochenen Texte eingeblendet, wird das von einem Tickern begleitet, dass der Sprechgeschwindigkeit angepasst ist. Dadurch allein werden die Emotionen der agierenden Personen (zum Beispiel Aufregung oder ein Stocken in der Stimme) schön zum Ausdruck gebracht, und das ganz ohne Sprachausgabe.



Insgesamt erhält man mit dem Spiel einige Stunden guter Unterhaltung, eingeteilt in fünf Kapitel, die jeweils einen Fall abschließen. Ist man ein Fan der Vorgänger und hat erweiterte Englischkenntnisse, sollt man zugreifen! Schlussendlich ist es allemal besser, eine gute englische Version spielen zu können, als eine zusammengeschusterte Übersetzung auf Deutsch.

Spielern mit nicht ganz ausgereiften Sprachkenntnissen und solche, die noch keinen anderen Teil der Serie kennen, sollten aber eher auf einen der Vorgänger zurückgreifen. Die sind zwar nicht ganz so abwechslungsreich in der Grafik, aber schon allein wegen der vielen Running Gags und Anspielungen würde sonst eine Menge Spielspaß abhanden kommen. Und wer weiß? Bis man die vier Vorgänger durchgespielt hat, gibt es ja eventuell doch noch Neuigkeiten zur deutschen Umsetzung..?

Hier findet Ihr den Link zu der versprochenen Demo.

 

Geschrieben von: Stephanie Kons am 07.04.2010





  

Positiv

  • unterhaltsame Story
  • hübsche Grafiken
  • langes Spielerlebnis

Negativ

  • nur auf Englisch verfügbar

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