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Western Heroes (Review)



Der Wilde Westen ist für viele gleichbedeutend mit raubeinigen Pistoleros, gnadenlosen Duellen und der einsamen Freiheit der Prärie. 'Red Dead Redemption' brachte genau dieses Gefühl auf den Bildschirm der Spieler. Und jetzt kommt 'Western Heros', welches nichts davon bietet und mit seiner comicartigen Grafik und fest vorgegebenen Wegen quasi das genaue Gegenteil des letzten Western-Hits darstellt. Aber es hat etwas, was anderen Titeln dieses Genres fehlt: ein verdammt coole Wumme mit an Bord.

Natürlich ist der Vergleich mit 2K's Open-World-Game höchst unfair, da 'Western Heroes' in eine gänzlich andere Kerbe schlägt und sich als reinrassiger Railshooter präsentiert. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf schnellen Spaß, und nicht auf Realismus. Das würde das Western-Setting recht beliebig und austauschbar machen, läge der großen Verpackung nicht ein Gewehr-Controller von BigBen bei. Plastikknarren für die Wii gab es schon viele, aber selten passte eine so gut zum Spiel wie dieses Modell einer abgesägten Winchester. Das Plastik macht einen stabilen Eindruck und ist in einem gefälligen used-look lackiert. Wiimote und Nunchuck finden beide ihren Platz und passen gut, sämtliche Kabel verschwinden im Schulterstück. Das Highlight ist natürlich die Nachlade-Funktion über einen Hebel unter dem Abzug, damit darf sich jeder wie ein waschechter Sherrif fühlen.



Das Spiel selbst ist, wie bereites erwähnt, ein klassicher Railshooter. Das bedeutet, dass der Spieler keinerlei Einfluß auf die Steuerung der Spielfigur hat, sondern nur aus der Ego-Perspektive ein Zielkreuz lenkt. Diese Disziplin meistert 'Western Heroes' mühelos, die Genauigkeit vermittelt ein gutes Gefühl zwischen Eingabegerät und dem Geschehen auf dem Bildschirm. Die Story kann man getrost unter dem '08/15-Stapel' ablegen: eine Gruppe von vier Helden stellt sich den üblen Plänen des verrückten Professors Molina und seiner Superbombe mit dem Namen 'Doomshell' entgegen. Dabei setzt dieser auf eine scheinbar grenzenlose Truppe getreuer Banditen und einen Haufen technischen Schnickschnacks, was der Westernwelt einen leichten Steampunk-Anstrich verpasst.

Auf der technischen Seite darf die Wii lange nicht alle Muskeln spielen lassen. Die comic-bunte Grafik ist eher schlicht, die Figuren sind grob gezeichnet und sehen alle gleich aus. Natürlich gibt es unterschiedliche Typen an Feinden, die sich in Taktik und Gefährlichkeit unterscheiden, aber innerhalb einer Klasse gleichen sich die Bösewichte wie ein Ei dem anderen. Der Sound dudelt zunächst noch ganz gefällig aus den Boxen, doch der Song nervt nach einer Weile gewaltig, da er sich in Variationen immer wiederholt.



Unterm Strich kann man mit 'Western Heroes' seinen Spaß haben, wenn man denn wieder mal einen Shooter sucht. Nach der Kampagne darf man seinen schnellen Finger noch in einigen Bonusspielchen unter Beweis stellen, oder sich mit bis zu drei Mitspielern im Ko-Op versuchen. Die Steuerung funktioniert dann natürlich auch ohne Gewehraufsatz, macht aber bei weitem nicht mehr so viel Laune. Da auf die Darstellung von Blut komplett verzichtet wurde und durch den comic-haften Charakter des Spiel hat die USK eine Freigabe ab 12 Jahren vergeben.


 

Geschrieben von: Dirk Kons am 17.11.2010
Leserwertung: 





  

Positiv

  • Winchester-Controller liegt dem Spiel bei
     

 


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