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Starcraft II: Multiplayer-Tipps für Anfänger![]() Blizzards „Starcraft“ wird weltweit als eSport-Disziplin gespielt, von professionellen Gamern und auf großen Turnieren, bei denen es um richtig viel Geld geht. In Südkorea werden „Starcraft“-Matches sogar live im Fernsehen übertragen, und die modernen Gladiatoren genießen einen Bekanntheitsgrad wie hierzulande Fußballspieler oder Wintersportler. Naja, zumindest annähernd. Dennoch soll es Leute geben, die den Multiplayer-Modus bislang gemieden haben. Immerhin gibt sich Blizzard seit jeher größte Mühe, die Einzelspielerkampagne mit abwechslungsreichem Missionsdesign und spannenden Cut-Szenes als durchaus vollwertiges Game in Szene zu setzen. Spätestens in „Stracraft II“ solltet ihr aber unbedingt mal ein Match gegen einen menschlichen Kontrahenten wagen. Der Multiplayer ist in der komfortablen, schick gestalteten Benutzeroberfläche des Hauptmenüs nur einen Klick entfernt, das Matchmaking via BattleNet klappt einwandfrei. Und ganz sicher: spätestens, wenn ihr die Übungsliga und die Platzierungsmatches hinter euch habt und in einer eurem Können angemessenen Liga gesetzt seid, beginnen die knackigen Gefechte gegen Spieler aus aller Welt richtig Laune zu machen. ![]() Allerdings merkt man schnell, dass im Multiplayer ein anderer Wind weht – klar, geht es statt gegen die KI und gescriptete Ereignisse nun gegen einen Menschen und dessen Kreativität. Gerade anfangs werdet ihr das ein oder anderer Match verlieren, aber last euch davon nicht entmutigen. Aus Fehlern lernt man, und gerade bei „Starcraft II“ geht das dank der automatischen Replay-Funktion ganz hervorragend. Außerdem gibt es ein paar grundlegende Tipps und Tricks, mit denen sich das Blatt schneller wendet, als man denkt. Arbeit, Arbeit! Die erste und anfangs wichtigste Regel bei einem „Starcraft II“-Multiplayer-Match lautet: immer Arbeiter bauen. Egal ob ihr Terraner, Protoss oder Zerg spielt, in den ersten Spielminuten müsst ihr kontinuierlich WBFs, Sonden beziehungsweise Drohnen produzieren. 40 bis 60 können es im Laufe einer Partie schon werden, damit beutet ihr dann bis zu drei Rohstoffvorkommen effektiv aus. ![]() Wer spart, verliert! Was eure Arbeiter ranschaffen, solltet ihr sofort wieder ausgeben. Das ist leichter gesagt, als getan, schließlich seid ihr damit beschäftigt, eine Basis auf- und Rohstoffe abzubauen und bekämpft nebenbei euren Gegner. Da kann man schonmal vergessen, aus seinen Kasernen Truppen nachzuproduzieren. Sofern man überhaupt genug Produktionsgebäude hat, um die Rohstoffe auszugeben. Als Faustregel – zumindest bei den Terranern – gilt: mit einer voll ausgelasteten Kommandozentrale, die um die 30 WBFs mit Rohstoffen füttern, könnt ihr vier Produktionsgebäude ständig Einheiten ausspucken lassen. Wer also seine erste Erweiterung baut, darf nicht vergessen, auch ein paar Kasernen, Fabriken oder Raumhäfen dazuzubauen, sonst habt ihr früher oder später „Overmins“ auf dem Zähler. Aber auf der hohen Kante bringt euch die Kohle nichts! Gute Spieler schaffen es, ihre Mineralien und das Gas kontinuierlich unter 400 zu halten. Ich sehe was, was du nicht siehst... Wie schon gesagt: ihr spielt im Multiplayer gegen Menschen, und die neigen dazu, sich die hinterhältigsten, abscheulichsten Taktiken einfallen zu lassen, wenn es um Liebe und Krieg geht. Um auf alles vorbereitet zu sein, solltet ihr immer mindestens ein halbes Auge auf der Minimap haben – und müsst natürlich dafür sorgen, dass ihr darauf soviel wie möglich vom „Nebel des Krieges“ lüftet. Schick Scouts aus, besetzt die Xel`Naga-Türme, die es auf jeder Map gibt, und platziert ruhig auch billige Einheiten an strategisch wichtigen Punkten – wenn die Armee des Gegners kommt, verliert ihr vielleicht einen Marine, aber ihr wisst wenigsten, dass der Feind anrückt. Wenn ihr auch noch sehen könnt, woraus seine Armee zusammengesetzt ist, umso besser. Hotkeys Wer diese drei – zumindest in der Theorie – einfachen Regeln beherzigt, ist schon ein gutes Stück weiter. Hierfür ist allerdings Multitasking gefragt, weshalb ihr euch unbedingt angewöhnen solltet, Hotkeys zu benutzen. Eure Einheiten und auch die Gebäude könnt ihr individuell auf die Tasten [1] bis [0] legen. Überlegt euch ein Layout, dass euch gefällt, und behaltet dieses in sämtlichen Spielen bei. Zum Beispiel könntet ihr die Tasten [1] bis [4] für verschiedene Armeen reservieren, auf die [5] legt ihr alle Kommandozentralen, auf [6] die Kasernen, auf [7] die Luftwaffenproduktion, auf [8] eure Fabriken und auf [9] alle Gebäude, in denen ihr neue Technologien erforschen könnt. Damit ist es mit ein wenig Übung möglich, gleichzeitig die Karte zu erkunden und nebenbei weiterhin Arbeiter oder Truppen zu produzieren. Ihr könnt mit der Kamera weiterhin auf eurem Scout bleiben und müsst nur die [5] drücken, um in der Kommandozentrale das nächste WBF in Auftrag zu geben. ![]() Auch solltet ihr euch möglichst schnell angewöhnen, zumindest die wichtigsten Hotkeys für die Produktion oder die Spezialfähigkeiten eurer Einheiten zu nutzen. Um auf unser Beispiel zurückzukommen: ihr erkundet gerade die Karte und habt inzwischen im Gefühl, dass wieder ein WBF fertig geworden ist. Dann drückt ihr nur schnell [5], [S] und schon habt ihr den nächsten Arbeiter in Auftrag gegeben. Geht deutlich schneller, als euren Blick per Minimap oder womöglich über die Karte scrollend auf die Kommandozentrale zu richten, diese anzuklicken und dort den Button zum Produzieren eines WBFs zu drücken. Gleiches gilt für die Spezialfähigkeiten eurer Einheiten. Wer im Eifer des Gefechts seine Marines anweisen will, das Stimpack zu benutzen, drückt [T], wer seine Banshees plötzlich tarnen muss, drückt [C]. Damit seid ihr die vielleicht entscheidende Sekunde schneller und müsst vor allem die Maus nicht vom Schlachtfeld nehmen. ![]() Eine gute Übersicht über alle Einheiten im Spiel – inklusive Hotkeys, mit denen ihr sie in den jeweiligen Produktionsgebäuden in Auftrag gebt – findet ihr hier: http://wiki.teamliquid.net/starcraft2/Units Auch der Basisbau funktioniert mit Hotkeys schneller, und bei „Starcraft II“ geht es vor allem um Schnelligkeit. Wer als Terraner etwa ein Supply Depot bauen will, schnappt sich ein WBF, drückt [B] (für die einfachen Gebäude) und [S] (für das Supply Depot). Dann nur noch ein schneller Klick auf die Map und der Bau wird hochgezogen. Analog errichtet ihr eine Kaserne mit [B], [B] (Barracks) oder einen Starport mit [V] (für die zweite Kategorie der fortgeschrittenen Gebäude, die ein WBF bauen kann) und anschließend [S]. „Normale“ Hotkeys oder „Grid“-Layout Die Hotkeys in „Starcraft II“ entsprechen, sofern es nicht zu Doppelungen kommt, immer dem Anfangsbuchstaben eines Gebäudes, einer Einheit oder einer Fähigkeit. Also [B] für „Build“ und dann für „Barracks“, [S] für „SCV“, wenn ihr die Kommandozentrale ausgewählt habt, oder für „Supply Depot“, wenn ihr einen Arbeiter kontrolliert. Das führt allerdings dazu, dass die Hotkeys quer über das Keyboard verteilt liegen – und ihr bei den Protoss oder den Zerg jeweils andere Hotkeys habt. Alternativ könnt ihr im Options-Menü die so genannte „Grid“-Belegung für die Hotkeys aktivieren. Dann nutzt ihr nur die Tasten [Q] – [T], [A] – [G] und [Y] – [B], also die dreimal fünf Tasten links auf der Tastatur. Sie entsprechen dem Layout der Buttons im Interface, von denen es ebenfalls dreimal fünf gibt. Die Aktion, die bei einer Einheit oder einem Gebäude per Klick auf den Button ganz links oben aktiviert wird, aktiviert ihr jetzt mit [Q]. Immer, egal welche Rasse ihr spielt oder welche Einheit ihr gerade ausgewählt habt. ![]() Die Macht der [Shift]-Taste Mit der [Shift]-Taste lassen sich in „Starcraft II“ beliebig viele Befehle aneinanderreihen. Ihr könnt etwa gezielt einzelne Einheiten aus der Armee des Gegners herauspicken und sie nacheinander angreifen, oder ihr baut nicht nur ein, sondern gleich zwei oder drei Supply Depots. Ebenso erlaubt es die [Shift]-Taste, einen Arbeiter nach dem Bau eines Gebäudes wieder zu den Rohstoffen zu schicken. Build Order üben Mit „Build Order“ ist die Reihenfolge gemeint, in der ihr Gebäude und Einheiten produziert. Gerade die ersten paar Minuten einer Partie laufen oft sehr ähnlich ab, hier ist es wichtig, dass ihr das Timing verinnerlicht, wann welche Produktion in Auftrag gegeben wird. Hier ein Beispiel für die ersten Klicks als Terraner: 1. Am Anfang einer Partie macht ihr folgendes: schickt alle Arbeiter Mineralien abbauen, klickt die Kommandozentrale an, drückt [S] für einen weiteren Arbeiter, [STRG] + [5], um der Kommandozentrale einen Hotkey zuzuweisen, und setzt schließlich den Wegpunkt auf die Mineralien. 2. Jetzt habt ihr ein paar Sekunden frei, eine gute Gelegenheit, euren Gegner zu begrüßen. 3. Sobald der erste Arbeiter fertig ist, gebt ihr den nächsten in Auftrag: [5], [S] 4. Während Arbeiter 9 oder 10 in Produktion ist, schickt ihr einen davon los, um das erste Supply Depot zu bauen. Klickt die Einheit an, drückt [B], [S] und baut das Gebäude. Bei vielen Maps lohnt es sich, die schmalen Zugänge zu eurer Basis („Choke Points“) zuzubauen, um den Gegner draußen zu halten. 5. Während das WBF das Depot baut, könnt ihr es schonmal anweisen, anschließend die Karte zu erkunden. Klickt einfach mit gedrückter [Shift]-Taste auf der Minimap das Rohstoffvorkommen an, bei dem ihr die Basis des Gegners vermutet, und die Einheit setzt sich in Bewegung, sobald das Supply Depot fertig ist. 6. Baut kontinuierlich Arbeiter weiter. 7. Sobald ihr 100 bis 150 Mineralien übrig habt, schickt ihr ein WBF los, um die erste Kaserne zu bauen. Damit und mit einem weiteren Supply Depot macht ihr die meisten Zugänge zu eurer Basis vorerst dicht. Noch während die Kaserne in Bau ist, könnt ihr mit [STRG] + [6] einen Hotkey zuweisen. 8. Sofern ihr genug Mineralien habt, könnt ihr auch langsam darüber nachdenken, die erste Vespin-Raffinerie zu bauen. 9. Als nächstes folgen Fabrik und Raumhafen – damit seid ihr für den Anfang ganz gut aufgestellt. Wichtig ist, dass ihr während des Bauens und Erkundens immer weiter Arbeiter und die ersten Marines aus eurer Kaserne produziert. Wie gesagt, diese Build Order ist nur ein Beispiel, ihr könntet ebenso gut zunächst auf Gas verzichten und mit zwei oder drei Kasernen Marines en masse produzieren. Wichtig ist, dass ihr ein Gespür dafür bekommt, was der Gegner im Schilde führt und schnell darauf reagiert. Spätestens, wenn ihr etwa mit Lufteinheiten angegriffen werdet, ist es Zeit, Luftabwehr zu bauen. Einen wesentlich ausführlicheren „Starcraft II“-Guide als diesen hier hat Sebastian Richter geschrieben, wenn ihr jetzt also neugierig geworden seid, werft mal einen Blick darauf. Er ist allerdings 58 Seiten lang: http://www.scribd.com/doc/47906920/SC2-Guide-From-Bronze-To-Diamond-With-Solid-Play Replays analysieren Selbst wenn ihr alle Tipps beherzigt, werdet ihr Spiele verlieren. Gerade die Niederlagen solltet ihr euch jedoch unbedingt nochmal als Replays ansehen. Denkt daran, wo ein Verlierer ist, gibt es auch einen Sieger, und von dem könnt ihr lernen. Schaut, wo euer Gegner schneller war, welche Build Order er verwendet, auf wie viele Aktionen pro Minute („APM“) er kommt. Das ist interessant, lehrreich und macht auch noch Spaß. Außerdem schadet es nicht, sich mal ein paar Matches der Pros anzusehen. Gute Casts gibt es unter anderem hier: http://www.youtube.com/user/HuskyStarcraft Viel Spaß mit „Starcraft II“!
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