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LittleBigPlanet 2 (Review)


Als Sony-Exklusivtitel hatte LittleBigPlanet schon immer eine Funktion als Zugpferd inne, besonders für die PlayStation 3. Und obwohl Entwickler Media Molecule damals mit dem ersten Teil durch die nutzbare Kreativität der Spieler eine Revolution im Jump’n’Run Sektor ausgelöst hatte, und der Titel durchweg gute Wertungen erhielt, hatte das Spiel so seine Macken. Gute zwei Jahre später präsentiert uns Sony nun den Nachfolger.
 

Die gute Nachricht gleich vorweg: LittleBigPlanet 2 ist wie der erste Teil, nur schöner, besser und mit mehr Möglichkeiten. Am ursprünglichen Prinzip hat sich nichts geändert. Man spielt immer noch eine kleine Stoffpuppe, Sackboy oder Sackgirl, die man mit allerlei Stoffen und Verkleidungen nach Herzenslust gestalten kann. Dann hüpft man mit ihr in bester Junp’n’Run Manier durch eine phantasievoll zusammen gebaute Welt und sammelt Punkte, besiegt Gegner oder sucht nach versteckten Gegenständen.
 

Man kann das Spiel grob in drei Teile untergliedern: den Einzelspieler-Modus, den Baukasten und die Online-Funktion. Der Solo-Teil dient hauptsächlich dazu, dem Spieler die grundlegende Steuerung und die Neuerungen näher zu bringen. Das ganze wurde in eine nette kleine Geschichte mit zahlreichen Zwischensequenzen verpackt. Hier begegnet einem gleich die erste Neuerung: in den Cutscenes sprechen die Figuren mit deutscher Sprachausgabe. Während des Spiels unterhält man sich aber weiterhin in einer Art Ipsum-Lorem-Sprache. Zu den weiteren Neuerungen, in deren Umgang man eingeführt wird, gehört der Enterhaken. Einmal aufgenommen, kann man damit weit entfernte Objekte greifen und sich so zum Beispiel über eine Schlucht schwingen. Mit den Greifhandschuhen wiederum kann der kleine Sackboy Objekte greifen und tragen, für die er sonst zu schwach wäre. Als letztes wäre dann da noch die Kreationierer genannte Waffe, die alle möglichen Dinge schießen kann. Mit süßen, aber klebrigen Törtchen kann man sich beispielsweise ganz hervorragend Treppen bauen, um unerreichbare Vorsprünge zu erreichen.
Der Solopart ist kurz, aber immer noch länger als im ersten Teil. Und danach sollte der Spieler gewappnet sein für das, was noch kommt.
 

Richtig ab geht es nämlich erst in der Online-Welt, dem eigentlichen Sahnestück des Spiels. Hier stehen tausende von Gamern in aller Welt erstellte Levels zum spielen bereit, und täglich werden es mehr. Sie alle wurden mit dem integriertem Baukasten erstellt –dazu später mehr-, der dem Spieler nur sehr weit gesteckte Grenzen setzt. Und so findet man alles Mögliche, was mit dem Editor und der Kreativität der Massen zu erschaffen ist, auf den Servern. Von einfachen Plattform-Level zu knobeligen Physikspielereien, künstlerischen Monochromwelten, Filmen die nur aus Cutscenes bestehen, Autorennen bis zu Adaptionen von anderen Genres wie Pacman oder gar Peggle. Ein übersichtliches Bewertungssystem und eine Filterfunktion sorgen dafür, dass die wahren Perlen zu finden sind und der Schrott außen vor bleibt. Bis zu vier Spieler können dabei online oder auf dem Sofa mit- oder gegeneinander die Welten erobern.
 

Die dritte Säule des Spiels ist der Baukasten. Hier können eigene Welten erschaffen werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie schon erwähnt sind dem Spieler hier kaum kreative Grenzen gesetzt. Objekte können erschaffen, verändert, verbunden und sonst wie manipuliert werden. Ein Auto setzt man am einfachsten aus zwei Kreisen und einem dicken Strich zusammen, oder man baut aus vielen Einzelteilen eine stattliche Karosse. Soll beim Einsteigen die Motorhaube aufgehen und ein lachender Springteufel heraus schnellen? Kein Problem mit dem nötigen kreativen Geschick. Schon im letzten Teil gab einen Taschenrechner, bei dem zahllose Schalterelemente zu einem einfachen Mikroprozessor verknüpft wurden. Im Nachfolger ist noch mehr möglich. Ganz neu sind die Sackbots, NPCs die mit einer einfachen Scriptsprache programmiert werden können. So kann man Verbündete oder Gegner erschaffen, die deutlich mehr können als dem Spieler nur zu folgen.
 

Grafisch ist LittleBigPlanet 2 etwas hübscher geworden, der Sound wurde mit Sprachausgabe aufgepeppt, und die Steuerung ist bei weitem nicht mehr so hakelig wie noch im ersten Teil. Move-Unterstützung ist noch nicht dabei, aber die Entwickler haben versprochen sie bald kostenlos nach zu liefern. Einen Eindruck davon, was uns dabei erwarten könnte, bekommt man durch eine mitgelieferte Demo mit vier kurzen Levels.

 

Geschrieben von: Dirk Kons am 11.02.2011





  

 


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