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Mass Effect 2 (Review)


Knapp ein Jahr hat es gedauert, bis BioWares Shooter-RPG den Sprung von PC und Xbox 360 auf die PlayStation 3 geschafft hat. Eine lange Zeit in der schnelllebigen Gamesbranche, doch dafür bekommt der Spieler noch ein paar Extras oben drauf.

BioWare Spiele leben von den Geschichten, die sie erzählen. Bei Mass Effect 2 ist es die von Commander Shepard und seiner Crew der Normandy. Im ersten Teil kämpften sie gegen die Roboterrasse der Geth und löschten sie fast vollständig aus. Doch das kann man als PS3-Spieler nicht wissen, Mass Effect war den Microsofts Plattformen vorbehalten. Das ist ein Problem, denn der Nachfolger baut auf dieser Geschichte auf. Darum darf man sich vor dem Start die Vorgeschichte in einem digitalen Comic ansehen, um nicht völlig unwissend da zu stehen. Dieser kann natürlich nicht die volle Bandbreite der epischen Story, seinen vielen Nebenhandlungen und den moralischen Entscheidungen wieder geben, aber man weiß wenigstens ungefähr worum es geht.



Zwei Jahre später ist so etwas wie Frieden in die Galaxie eingezogen, nur vereinzelt kommt es noch zu kleinen Scharmützeln zwischen den verfeindeten Völkern. Die Normandy wird in einen Sektor beordert, in dem immer wieder Schiffe verschwinden, und prompt von einem übermächtigen Kreuzer fremder Herkunft angegriffen. Zwar kann Shepard durch heldenhaften Einsatz den Großteil seiner Crew retten, wird aber selbst in den Raum hinaus geschleudert. Das Ende unseres Helden? Nein, denn plötzlich erwacht er an Bord einer fremden Raumstation, welche vom undurchsichtigen Cerberus-Syndikat betrieben wird. Sie hat viel Zeit und Geld investiert um ihn wieder ins Leben zurück zu holen, denn eine neue Bedrohung zieht am Horizont auf. Eine ‚Kollektoren‘ genannte Rasse überfällt und entführt reihenweise die Außenposten der Menschheit. Cerberus wirft der offiziellen Regierung der Allianz Versagen vor und will sich auf eigene Faust um die Bedrohung kümmern. Dafür bekommt Shepard die nagelneue Normandy II gestellt, um sich eine neue Crew zu suchen und hinter das Geheimnis der Kollektoren zu kommen. Doch kann man Cerberus trauen, oder arbeitet man unbewusst für den Feind?



Der Spielablauf lässt sich in zwei Teile gliedern. Auf der Normandy entscheidet man sich für das nächste Flugziel, erforscht neue Waffen und Verbesserungen, pflegt den Kontakt mit der Crew oder sondiert Planeten auf der Suche nach Rohstoffen. Diese sind wichtig, denn nur mit genügend der seltenen Metalle lässt sich gute Ausrüstung herstellen. Die richtige Action passiert in den Außenmissionen, welche meist mit zwei Teammitgliedern nach Wahl absolviert werden können. Jedes Mitglied hat spezielle Fähigkeiten und Eigenschaften, die im Kampf gezielt eingesetzt werden können. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad haben einem die zahlreichen Gegner mehr oder weniger entgegen zu setzen. Während man in einer leichten Einstellung problemlos ganze Horden nieder machen kann, sieht man sich auf höheren Leveln mit schwer gepanzerten Feinden konfrontiert, die ihrerseits kräftig von offensiven Fähigkeiten gebrauch machen und nur mit geschickten taktischen Zügen überwunden werden können.



Technisch hat sich nach einem Jahr wenig getan. Zwar soll bei der PlayStation 3 schon das technische Gerüst von Mass Effect 3 benutzt werden, merken tut man davon allerdings nichts. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn auch so weiß das Spiel visuell zu beeindrucken. Ruckler gibt es trotz hoch auslösenden Texturen kaum, allerdings haben sich einige Grafikfehler eingeschlichen. Das fällt besonders in den zahlreichen Dialogsequenzen auf, wenn sich die Gesprächspartner für einen kurzen Moment seltsam bewegen oder merkwürdig beleuchtet werden. Beim Sound gibt es nichts zu meckern, sämtliche Dialoge wurden gut in deutscher Sprache vertont. Puristen können auf die ebenfalls verfügbare englische Audiospur ausweichen. Bei der PS3-Version sind alle Erweiterungen, die im Laufe des letzten Jahres erschienen sind, schon mit dabei. Besonders interessant sind dabei natürlich die drei kostenpflichtigen Zusatzmissionen ‚Kasumi`s gestohlene Erinnerung‘, ‚Overlord‘ und ‚Das Versteck des Shadow Borkers‘, welche auf der BluRay gespeichert sind. Die anderen Zusatzinhalte wie Outfits und zusätzliche Charaktere müssen allerdings herunter geladen werden – unverständlicher weise auch der erklärende Comic. Nur eine spezielle Rüstung aus ‚Dragon Age II‘ ist mit dabei. Für den Rest muss der beigelegte Online-Pass von EA aktiviert werden, welcher nur einmal funktioniert und so den Weiterverkauf des Spiels erschwert.

 

Geschrieben von: Dirk Kons am 26.02.2011
Leserwertung: 





  

Positiv

  • deutsche und englische Tonspur wählbar
  • inklusive aller Add-Ons

Negativ

  • kein gedrucktes Handbuch
  • einige Add-Ons müssen herunter geladen werden
     

 


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