Killzone 3 (Review)
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Hohe Erwartungen waren an das neue Spiel des niederländischen Entwicklerteams geknüpft, überzeugte doch der Vorgänger der PlayStation exklusiven SciFi-Shooter-Reihe trotz überdeutlicher Nazi-Symbolik in fast allen Punkten. Die Story von Killzone 3 knüpft direkt an den zweiten Teil an. Der Führer der Helghast ist tot, doch die neue Regierung denkt nicht ans Aufgeben. Stattdessen machen sie ihre eigne Hauptstadt mit Atomraketen dem Erdboden gleich, um so einen gewaltigen Gegenangriff auf die Invasoren der ISA zu starten. Diese wird nicht nur durch die Kugeln der Helghast aufgerieben, auch innerhalb bröckelt die Moral bis hin zur offenen Rebellion. Unterdessen puscht sich der Großindustrielle Jorhan Stahl an die Macht, um mit einer völlig neuen Waffe den Krieg endgültig für Helghan zu entscheiden. ![]() Schon das Intro deutet an, dass wir es hier wieder mit einem technischen Happen der Extraklasse zu tun haben. Und tatsächlich kommt man in den ersten Spielminuten kaum aus dem Staunen heraus. Knackig scharfe Texturen, überzeugend animierte Charaktermodelle und jede Menge Partikeleffekte wandern ruckelfrei über den Screen. Nur ganz selten fällt eine matschige Textur ins Auge oder stockt das Bild für einen Wimpernschlag. Wer eine 5.1 Soundanlage im Wohnzimmer hat, der darf sich über einen exzellenten Raumklang freuen, wie er in einer atmosphärischen Dichte und Ortbarkeit der Effekte selten in einem Spiel geboten wurde. Überall um einen herum passiert etwas, Menschen schreien oder rufen Befehle. Die verschiedenen Waffentypen knattern mit einem fetten Sound und Explosionen lassen den Boden vibrieren. Auch beim genaueren Hinsehen entdeckt man kaum einen Makel, und so kann Killzone 3 im Bereich der Technik Höchstnoten kassieren. ![]() Auch in Sachen Gameplay ist Killzone 3 einen Schritt weiter als sein Vorgänger. Die nicht bei allen so gut angekommene künstliche Trägheit der Steuerung ist Geschichte, ebenso wie die oft recht eintönigen, schlauchartigen Levels. Zwar ist das Design immer noch recht gradlinig, die Umgebung aber weit abwechslungsreicher geworden. So geht es zum Beispiel auch mal aus der Stadt hinaus in den bizarren Dschungel des Planeten oder den schneeweißen Norden. Durch häufig eingesetzte Cutscenes legt das Spiel auf dramaturgisch noch mal eine Schippe drauf, und das Spielgeschehen wirkt schneller. Gut ein Drittel aller Kampfeinsätze werden nicht zu Fuß, sondern in unterschiedlichen Vehikeln geschlagen. So wird aus Killzone 3 mal ein Railshooter, mal ein Mech-Game, und per gekapertem Jetpack geht es sogar in die Luft. ![]() Killzone 3 unterstützt die Steuerung mit PlayStation Move, was sehr gut funktioniert. Egal ob mit einem der vielen verschiedenen Plastikgewehren, die der Markt so her gibt, oder frei aus der Hand, die Präzision des Systems ist wie gemacht für einen Shooter der Klasse von Killzone 3. In einem speziellen Menü kann man an diversen Parametern drehen und so die Empfindlichkeit auf seinen Geschmack einstellen. Als weitere Besonderheit unterstützt das Spiel als eines der Ersten überhaupt vollwertiges stereoskopisches 3D. Was in Batman – Arkham Asylum noch eine nette Spielerei mit Pappbrillen war, ist hier im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Dimension. Der Preis dafür ist zwar eine etwas geringere Detailauflösung, dafür wird der Spieler aber auch mit einem herrlich plastischen Bild belohnt. Auf aus dem Bild springende Effekte hat der Entwickler dabei größtenteils verzichtet, dafür sorgen herum wirbelnde Asche und Funkenregen in der zerbombten Stadt oder ein wildes Schneegestöber auf ihre ganz eigene Art für Gänsehaut. Und wenn ein martialisch gepanzerter Hunter auf einen zu gerannt kommt kann man schon mal schwitzige Hände bekommen. ![]() Zu meckern findet man nur wenig. Zwar erfährt im dritten Teil mehr über die Gesellschaft der Helghast, sie bleiben aber trotzdem inhaltsleere Gegnerhorden im Stile des Dritten Reiches. Das liegt aber auch an der oberflächlichen Geschichte, die, obwohl gut erzählt, nicht gerade mit Innovationen vom Hocker hauen kann. Da nutzt auch der mittlerweile ziemlich abgegriffene Kniff mit dem erzählerischen Zeitsprung nicht, an dem sich auch hier bedient wird. Wenig überzeugen kann auch die deutsche Sprachausgabe, welche um einige Klassen schlechter klingt als das englische Original. Dieses ist aber ebenfalls auf der BluRay enthalten, so dass man durchaus die Wahl hat. Als letztes könnte man noch an der Spieldauer mäkeln, die zwar mit sieben bis acht Stunden noch ok ist, aber ruhig etwas ausgiebiger hätte sein dürfen. Wer mehr möchte, der kann sich im ausführlichen Online Multiplayer austoben, die Server waren am ersten Wochenende schon gut gefüllt. Neben den üblichen Modi können auch zwei Spieler gemeinsam per Splittscreen an einem Bildschirm in die Schlacht ziehen, oder in der Botzone lokal auf den Multiplayer Maps gegen computergesteuerte Gegner spielen.
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