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Warhammer 40.000: Dawn of War II - Retribution (Review)
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Es herrscht Krieg im Subsektor Aurelia. Wie könnte es auch anders sein. Es herrscht schließlich immer irgendwo Krieg im „Warhammer 40.000“-Universum. So auch in dem vom Gottimperator verlassenen Fleckchen Weltall, das die Entwickler von Relic Entertainment 2009 als Schauplatz für ihr brachiales Echtzeitstrategiespiel „Dawn of War II“ und ein Jahr später für das allein lauffähige Add-On „Chaos Rising“ gewählt haben. In „Retribution“, dem neuen Teil der Serie – von einem Add-On kann man angesichts des stattlichen Umfangs eigentlich nicht sprechen –, droht nun dem gesamten Subsektor die Vernichtung. Zehn Jahre sind seit den Ereignissen von „Chaos Rising“ vergangen, zehn Jahre des Krieges und des Blutvergießens. Aurelia versinkt im Chaos – und das Imperium reagiert mit der drastischsten aller Maßnahmen. Die Inquisition wurde entsandt, mit einer gewaltigen Flotte und einem endgültigen Befehl: Exterminatus, die Auslöschung allen Lebens auf den vier bewohnten Planeten des Subsektors Aurelia.
Das zu verhindern ist die Aufgabe des Spielers in „Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution“. Statt aber wie in den bisherigen „Dawn of War“-Spielen nur die Space Marines in die Schlacht zu führen, darf er in „Retribution“ die Einzelspielerkampagne mit einer von sechs Fraktionen bestreiten. Die Space Marines vom Orden der Blood Ravens sind natürlich wieder mit von der Partie, aber auch die Imperiale Armee, die Eldar, die Orks, die insektoiden Tyraniden und die Chaos Space Marines. Letztere spielen in der Story eine wichtige Rolle, denn vieles deutet darauf hin, dass Azariah Kyras, Ordensmeister der Blood Ravens, dem Chaos anheimgefallen und für die andauernden Kämpfe im Subsektor verantwortlich ist. Kann er aufgehalten werden, besteht eine letzte Hoffnung, den Exterminatus abzuwenden. ![]() Sechs spielbare Fraktionen bedeutet im Fall von „Retribution“ nicht gleich sechs unterschiedliche Kampagnen. Die 15 Missionen sind für alle Völker identisch, sie unterscheiden sich lediglich in den Cut-Scenes und Dialogen, mit denen die Geschichte während der beziehungsweise zwischen den Missionen weitererzählt wird. Trotzdem hat „Retribution“ einen hohen Wiederspielwert. Jede Fraktion verfügt über unterschiedliche Einheiten sowie jeweils vier individuelle und vor allem individualisierbare Helden. Die sammeln im Laufe der Kampagne Erfahrung, lernen mit steigendem Level neue Fähigkeiten und können mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet werden, die man während der Mission findet oder danach als Belohnung erhält. So werden die Anführer der Fraktionen immer stärker und können auf immer neue Herausforderungen reagieren. ![]() Vor allem durch diese Rollenspielelemente unterscheidet sich „Dawn of War“ von anderen Echtzeitstrategiespielen. Aber auch auf für das Genre typische Spielmechaniken wie etwa den Basisbau verzichtet Relic Entertainment komplett. Stattdessen erobert der Spieler auf jeder Map Versorgungspunkte, die ihm eine von drei Ressourcen geben oder als Stützpunkte für die Rekrutierung von neuen Truppen dienen. Blut für den Blutgott! Die Inszenierung von „Retribution“ ist gewohnt brachial, viel martialischer als hier geht es nicht. Kein Wunder, schließlich basieren die Videospiele auf dem vor Testosteron strotzenden Tabletop „Warhammer 40.000“ von Games Workshop. Da gehören vernarbte, zu allem entschlossenen Space Marines mit tiefen Stimmen ebenso dazu wie Orks, die Krieg gewissermaßen zum Volkssport erklärt haben. Die Grünhäute haben vor allem im Original mit ihrem schlechten Englisch ihren ganz eigenen Charme – bei ihnen würde das Spiel „Dawn of Waaagh“ heißen. Den Exterminatus verhindern wollen auch sie, schließlich hätte die Auslöschung allen Lebens im Subsektor Aurelia den unangenehmen Nebeneffekt, dass den Orks die Gegner ausgehen würden und sie keine Beute mehr plündern könnten. Also ziehen auch sie los, um auf den vier Planeten und zwei weiteren Schauplätzen, die am Ende der Kampagne hinzukommen, nach Azariah Kyras zu suchen: „Miss`ta Nailbrain! Gather da boyz! WAAAGH!“ In den Missionen zündet „Retribution“ ein wahres Feuerwerk an Effekten, da fliegen Einheiten nach schwerem Beschuss durch die Luft, stürzen Gebäude ein und explodieren Fahrzeuge in gewaltigen Feuerbällen. Taktisch vorgehen sollte man dennoch, Einheiten können etwa an geeigneten Orten in Deckung gehen oder sind je nach Waffengattung gegen bestimmte Truppentypen besonders effektiv. Das hat man spätestens dann verinnerlicht, wenn man einmal einen mächtigen Baneblade-Panzer der Imperialen Armee gegen ein paar Panzaknakkaz der Orks verloren hat. ![]() Cyberwaaagh Neben der Einzelspielerkampagne hält „Retribution“ noch einen Multiplayer-Part mit verschiedenen Spielmodi bereit. Zum einen kann die Kampagne kooperativ gespielt werden, dann gibt es noch den Modus „Der letzte Widerstand“, in dem man einen Helden auswählt und zusammen mit zwei anderen Spielern gegen Wellen von Feinden so lange wie möglich überleben muss. Der gewählte Held sammelt auch hier Ausrüstung und Erfahrung, die man in die nächste Partie mitnimmt. ![]() Zu guter Letzt gibt es natürlich auch den klassischen Online-Multiplayer-Modus, in dem man in 1v1-, 2v2- oder 3v3-Partien um die Plätze in einer Rangliste kämpft. Das Matchmaking via Steam klappt gut - hier haben sich die Entwickler von Relic zwar einiges bei „Starcraft II“ abgeschaut, aber das ist nur fair: sieht man sich Space Marines, Eldar und Tyraniden an, lässt sich erahnen, was Blizzard zu ihren drei Fraktionen der Terraner, Protoss und Zerg inspiriert hat. Zusammenfassend muss man sagen, dass THQ und Relic Entertainment mit „Retribution“ viel Spiel für wenig Geld anbieten. Auch wenn es nicht mehr kostet als ein Add-On: „Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution“ kann vom Umfang her mit so manchen Vollpreistitel mithalten. Für schlappe 30 Euro ist das Game damit eine klare Empfehlung für Fans von Strategiespielen. Wer auch noch etwas mit Rollenspielen und dem „Warhammer“-Universum anfangen kann, kommt ganz sicher auf seine Kosten.
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