Artikel (Review)
L.A. Noire
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Detektivstories in Filmen gibt es ungefähr solange, wie es Kinos gibt und auch in Form von Computerspielen hat dieses Genre eine lange Tradition. In Filmen und Romanen gehört die so genannte "Schwarze Serie" sicherlich zu den beliebtesten. Angesiedelt in den 30er und 40er Jahren und angereichert mit einer düsteren Atmosphäre werden hier spannende Stories um Mord und Totschlag erzählt. Ein aktuellerer Vertreter unter den Filmen war Black Dahlia, ein Streifen von Brian De Palma von 2006, in dem der tatsächliche Mord an Betty Short thematisiert wurde. Diese Tat gehört auch zur Handlung von L.A. Noire.
Aber auch bei den Computerspielen hielt die schwarze Serie Einzug. Bereits 1985 erschien mit Borrowed Time ein spannendes Adventure, das unter anderem für den C64 oder den Apple II erschien. Nun wird auf der Xbox ermittelt und wir sind gleich zum ersten Tatort geeilt. ![]() Von der Armee zur Polizei Cole Phelps, Hauptakteur des Spiels, hat als Soldat im zweiten Weltkrieg gedient und dort traumatische Erlebnisse gehabt. Einzelheiten dazu werden zwischen den Fällen in Rückblenden erzählt. Nach dem Krieg kehrte Phelps der Armee den Rücken und wurde Polizist in L.A., wo er mit einem Partner Streife fährt. Durch gute Leistungen wird er schon bald zum Detective befördert und kümmert sich fortan um schwerere Fälle. Zunächst im Verkehrsdezernat, später dann in der Mordkommission und bei der Sitte. Und im Los Angeles Ende der 40er Jahre gibt es zahlreiche Morde aufzuklären. Phelps wird in der Regel mit seinem Partner zum Tatort gerufen, bekommt dort die ersten Informationen von der Streife und dem Gerichtsmediziner und kann dann verschiedene Zeugen befragen, das Opfer untersuchen, oder in der Gegend nach Beweisen schauen. Mit den erhaltenen Informationen geht es dann weiter, verschiedene Orte, die relevant sind, werden be- und durchsucht, Beweisstücke gesammelt und Verdächtige verhört. Einige müssen zunächst verfolgt werden, was eine Jagd über die Hausdächer oder eine Verfolgung mit dem Auto zur Folge haben kann. ![]() Akte geschlossen Hat man den Täter lebend erwischt, gilt es, ein Geständnis im Verhör zu bekommen. Hierzu können verschiedene Fragen ausgewählt werden. An Hand des Gesichtsausdrucks versucht der Spieler nun, den Verdächtigen beim Lügen zu ertappen, hat er schon die entsprechenden Beweise kann er ihn auch gleich der Falschaussage bezichtigen, andernfalls bleibt nur die Option, die Aussage anzuzweifeln, was aber auch oft zu weiteren Informationen führt. Packt der Täter aus, ist der Fall gelöst, es gibt Lob vom Boss und eventuell wartet die nächste Beförderung, ganz sicher aber der nächste Fall, von denen 21 zur Verfügung stehen. Über Funk kommen auch immer Infos über kleinere Verbrechen, antwortet der Spieler, kann er den Täter dingfest machen, als kleines Zwischendurch-Häppchen. Wie bei Rockstar üblich, darf auch wieder entdeckt oder gesammelt werden, so gibt es 100 versteckte Autos oder einige Sehenswürdigkeiten auf der To-Do-Liste. ![]() Hübsches L.A. Grafisch hat sich Rockstar hier richtig ins Zeug gelegt. Los Angeles in den 40er Jahren sieht wirklich fantastisch aus, die Strassen sind belebt, es herrscht reger Verkehr und die Leute sind passend gekleidet. Auch der Sound ist gut gelungen, samt hervorragender englischer Sprecher, deutsch gibt es nur als Untertitel, was aber keineswegs stört. Die Steuerung ist, mit Ausnahme der etwas schwammigen Autolenkungen, gut gelöst und verläuft unproblematisch. Die Story der teils zusammenhängenden Fälle ist spannend und filmreif und die Charaktere könnten einem guten Krimi entsprungen sein. Klasse, mehr Fälle als DLC wären da durchaus irgendwann willkommen.
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