Artikel (Special)
Die Leichen des jungen Werther
Der junge Jura-Student Werther ist genervt. Denn sein Leben läuft gerade nicht so, wie er sich das wünschen würde. Hat er sich noch eben in die schöne Tochter des Kammerrates der Herzogin Theresie von Wetterfeld verliebt, wird er auch schon in das beschauliche Örtchen Wahlheim versetzt. Schuld daran ist sein Onkel, der nicht mehr bereit ist, den ausschweifenden Lebensstil seines Neffen zu finanzieren. Nun also soll er als Gerichtsreferendar das wahre Leben kennenlernen. Doch Werther ist davon überzeugt, das wahre Leben unter den merkwürdigen Gestalten, die Wahlheim bevölkern, sicher nicht zu finden. Die Leute dort glauben doch tatsächlich an Untote, Zombies, und das im Zeitalter der Aufklärung. Selbst als Werther die junge Lotte kennenlernt, kommen ihm keine Zweifel. Im Gegenteil, für ihre blassgraue Haut und ihre Einsilbrigkeit hat er nur Bewunderung übrig, hält er es doch für ein Zeichen feiner Vornehmheit. Und auch als sich die Hinweise häufen, dass Werther sich tatsächlich unter Zombies befindet, kann er sich kaum überwinden, an ihre Existenz zu glauben. Als dann auch noch ein Zombiejäger namens Albert Kestner auftaucht und ihm Lotte abspenstig machen will, muss Werther eine Entscheidung treffen, Herz oder Hirn? Mit einer gehörigen Portion Humor und einer deftigen Prise Horror wird hier Goethe's Meisterwerk durch den Kakao gezogen. Dabei wird der Stil der Erzählung beibehalten. Hier kommen Freunde gepflegten Horrors auf ihre Kosten und erinnern sich gern an ihre Schulzeit und die dort gelesenen Bücher zurück. Susanne Picard hat hier eine wirklich nette Interpretation des Klassikers geschrieben. Gerne mehr davon. Softcover / Panini Comics / 288 Seiten / ISBN 978-3833222566 / € 12,95
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Der junge Jura-Student Werther ist genervt. Denn sein Leben läuft gerade nicht so, wie er sich das wünschen würde. Hat er sich noch eben in die schöne Tochter des Kammerrates der Herzogin Theresie von Wetterfeld verliebt, wird er auch schon in das beschauliche Örtchen Wahlheim versetzt. Schuld daran ist sein Onkel, der nicht mehr bereit ist, den ausschweifenden Lebensstil seines Neffen zu finanzieren. Nun also soll er als Gerichtsreferendar das wahre Leben kennenlernen. 
