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Prince of Persia - Die Vergessene Zeit (PS3)


Review: XBox360 / PS3 (getestet)

Als bekannt wurde, dass 'Prince of Persia' einen eigenen Kinofilm erhält und Ubisoft zeitgleich an einem neuen Spiel arbeitet, war die Besorgnis bei vielen Fans der Serie recht groß. Haben doch 'Spiele zum Film' als auch 'Filme zum Spiel' den Ruf, nicht gerade großartig umgesetzt zu sein. Entgegen diesen Befürchtungen ist dem hier allerdings nicht so, denn das Spiel geht mit der Handlung gänzlich eigene Wege. Mit 'Die Vergessene Zeit' macht man bewusst einen Schritt zurück in der langen Geschichte des Prinzen und siedelt die Ereignisse zwischen den ersten beiden Teilen der ursprünglichen 'Sands of Time' Trilogie an. Laut Ubisoft hatte man einfach das Gefühl, dass die 7-jährige Lücke zwischen den Ereignissen der ersten beiden Teile zu groß war und gefüllt werden müsse. Daher entschloss man sich, anhand eines 'Tages im Leben des Prinzen' zu zeigen, wie dieser zu demjenigen wird, den man aus den späteren Teilen kennt.



Demnach darf man keine allzu bahnbrechende Handlung erwarten, schließlich ist die Fortsetzung ja bereits geschrieben und in die Geschichte der Video-Games eingegangen. Trotzdem packt einem das Spiel schon von Beginn an. Die Luft flimmert, Staub wirbelt auf. Der Prinz reitet durch die Wüste zur Stadt seines Bruders Malik, um ihm einen Besuch abzustatten. Kurz vor dem Ziel zeigen sich jedoch dunkle Wolken am Horizont, die Stadt wird belagert. Malik steht sich einer schier endlosen Übermacht gegenüber, die Verteidiger können die Mauern nicht mehr lange verteidigen. Daher greift er zum letzten Mittel: er entfesselt den Sand der Zeit. Mit fatalen Folgen, denn die gerufene Sandarmee wendet sich nicht nur gegen die Belagerer, sondern auch gegen ihn selbst. Nun liegt es an seinem kleinen Bruder, unserem Prinzen, das Gefüge der Zeit wieder zusammenzusetzen.



Also geht es in altgewohnter Weise über Mauern, Abgründe und Säulen, um zum Ziel zu gelangen. Hierfür erhält der Prinz von der Dschinn Razia die Fähigkeit zur Kontrolle der Elemente. In erster Linie bedeutet dies Wasser zu Eis erstarren zu lassen und sich daran entlang zu hangeln, oder mit Feuerwänden Gegnerhorden in Schach zu halten. Von denen gibt es eine ganze Menge, mitunter stürzen sich bis zu 50 Gegner gleichzeitig auf unseren Helden um von ihm zur Strecke gebracht zu werden. Das geht recht locker von der Hand, auch die recht zahlreich  vertretenen Bosse sind kein allzu großes Problem. Für erledigte Monster hagelt es Erfahrungspunkte, die über ein Baumsystem in verbesserte Fähigkeiten investiert werden können.  



Beim Spurt durch die Stadt werden Fehlsprünge und -tritte  gnadenlos bestraft, ehe man es sich versieht stürzt der Prinz in die Tiefe. Als letzte Rettung beim großen Fall kann man per Knopfdruck die Zeit für einige Momente zurück drehen und den missglückten Sprung nochmal versuchen. Klappt das auch nicht, oder sind die aufladbaren Zeitorbs verbraucht, bleibt nur noch den Ladebildschirm abzuwarten und es vom letzten Speicherpunkt aus nochmal zu versuchen. Diese sind aber fair im Spiel verteilt, so dass man auch nach dem x-ten Anlauf immer noch motiviert ist, es doch noch mal zu versuchen.



Die atemberaubende Atmosphäre des Anfangs setzt sich auch im weiteren Spielverlauf fort. Die Kulisse wirkt wie aus 1001 Nacht entsprungen, in den Gängen weht Staub und überall begegnen einem liebevoll gestaltete Details. Obwohl das Setting nicht viele Möglichkeiten für Abwechslung bietet, haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben das Beste daraus zu machen. So muss der Prinz nicht nur feuchte Keller erkunden, sondern auch akrobatisch durch farbenfrohe Hochgärten schwingen. Dazu wird dem Spieler eine gelungene und intuitive Steuerung in die Hand gelegt, mit der sich auch komplizierte Passagen unfallfrei meistern lassen. Nach dem comicartigen Look des Vorgängers kehrt 'Die Vergessene Zeit' wieder zu einem realistischeren Grafikstil zurück. Eine neue Engine sorgt dafür, dass bei all dem Spektakel die Animationen stets flüssig bleiben und immer noch Luft für den ein oder anderen hübschen Lichteffekt bleibt. Der Sound verwöhnt die Ohren mit allerlei orientalischen Klängen und guter deutscher Sprachausgabe in den vielen Zwischensequenzen.



Für alle, die auf herausfordernde Kletter-Action und spektakulär in Szene gesetzte Schwertkämpfe stehen eine echte Kaufempfehlung!

 

Geschrieben von: Stephanie Kons am 31.05.2010





  

Positiv

  • abwechslungsreiche Level
  • eingängige Steuerung
  • faire Speicherpunkte
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