Seit Beginn der Ära der Bewegungssteurung bei Konsolen boomt das Genre der Tanzspiele. Mit zwei Monaten Verspätung zur Wii und Xbox 360 ist nun auch der dritte Teil des bisherigen Klassenprimus 'Just Dance' auf der Playstation 3 für Move erschienen. Mit seinem typischen Neon-Look, abwechslungsreichen Tanzschritten und einer Trackauswahl für den breiten Musikgeschmack konnte sich die Reihe bisher ganz oben halten. Deswegen waren wir gespannt, ob Teil drei das Niveau halten kann und haben die eine oder andere flotte Sohle aufs Parkett gelegt.

Ein Tanzspiel steht und fällt natürlich mit seinen Titeln, darum haben wir als erstes einen Blick auf die Trackliste geworfen. Und die weiß mal wieder besonders zu gefallen. Egal ob Freunde von Pop, Rock, Elektro, Dancefloor, Klassikern oder exotischen Rhythmen, für jeden sollte etwas Passendes dabei sein. Party-People freuen sich über die Black Eye Peas, Katy Perry oder Duck Sauce, die Ü30 Fraktion tanzt zu a-ha und Queen. Auch ausgefallene Geschmäcker werden bedient: Bollywood Rainbow lässt einen tanzen wie Shah Rukh Khan, und "Let's go to the Mall" von Robin Sparkles zaubert wohl jedem Fan der TV-Serie 'How i met your Mother' ein Grinsen ins Gesicht. Insgesamt stehen mehr als 40 Songs, sortiert nach Schwierigkeit und Schweiß-Faktor, zur Auswahl und bieten so jede Menge Abwechslung.

Aber auch die beste Tackliste nützt nichts, wenn sie in eine langweilige Choreographie verpackt wird. Das hat dieses Jahr schon so einigen Genre-Vertretern Punkte gekostet, doch Just Dance 3 weiß auch hier zu überzeugen. Man merkt, dass sich Gedanken um passende und abwechslungsreiche Moves gemacht wurde. Und nicht nur die Bewegungsabläufe passen zu den Liedern, auch die Vortänzer (Coaches genannt) und Hintergründe wurden auf die Tracks abgestimmt. Seiner Tradition treu geblieben, ist wieder alles im typischen Neon-Look gehalten, aber dieses mal wurde noch mehr Augenmerk auf die individuelle Ausstattung gelegt. Das fängt bei der Gestaltung der Tänzer an und endet bei den Hintergründen, die sich jetzt sogar dynamisch dem Fortschritt des Spielers anpassen. Außerdem wurde das Setting noch allgemein mit allerlei Lichteffekten aufgepeppt. Die Erkennung des Move-Contollers ist dabei gut gelöst, auch bei schwächeren Lichtverhältnissen ist die Erkennung noch ausreichend. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt.

Erstmals dürfen nun bis zu vier Spieler gleichzeitig -genügend Platz voraus gesetzt- vor dem Fernseher tanzen, wahlweise zusammen im Duett oder jeder für sich mit eigenem Style. Beim Ablauf hat sich nichts getan, auf vertrauter Art und Weise werden die Moves eingerollt und müssen auf den Takt getanzt werden. Je genauer der Spieler dabei ist, desto mehr Punkte gibt es aufs Konto. Natürlich sind auf wieder Combos und Special-Moves mit an Bord. Wer ein Mikrofon-Set sein eigen nennt, und vor allem noch Puste übrig hat, kann auf Wunsch auch noch die eingeblendeten Songtexte mitsingen und dabei seinen Punktkontostand erhöhen. Sollte einfach nur tanzen irgendwann doch zu langweilig werden, kann man auf verschiedene Modi zurückgreifen, wie z.B. ein Medley tanzen oder 'Simon sagt' aktivieren, wobei man zwischendurch bestimmte Positionen einnehmen muss. Und wer meint, Videospiele würden immer noch fett und träge machen, der darf gerne mal das Trainingsprogramm von Just Dance 3 ausprobieren. Hier wird durchgängig über mehrere Tage hinweg ein strammes Pensum eingefordert, welches man guten Gewissens als Ausgleich zum alltäglichen sitzen im Büro ansehen kann. Anstrengungen werden vom Spiel auch immer mit allerlei Freischaltbarem belohnt und so die Motivationskurve hoch gehalten.
Just Dance bleibt auch im dritten Teil seiner Tradition treu und zeigt, warum die Serie die beliebteste aller Tanzspiele ist. Freunde des Genres können wieder bedenkenlos zugreifen.