Sie befinden sich hier:  Startseite / Artikel / Allgemein
Artikel (Review)

Achtung Panzer: Kharkov 1943


Review: PC (getestet)

Seit Battlezone in den 80ern für die Atari Konsole erschienen ist, wurden Spiele, in denen man Panzer in verschiedenen Variationen steuern muss, immer wieder veröffentlicht. Mal als Actionvariante, mal strategielastiger. Die Entwickler von Graviteam, eigentlich in der Regel damit beschäftigt, Simulationen für das Militärtraining zu programmieren, haben sich nun einer Panzerschlacht aus dem zweiten Weltkrieg angenommen, eben Kharkov 1943.



1943 trafen in Kharkov sowjetische und deutsche Truppen aufeinander. Graviteam machte aus der Schlacht eine Mischung aus Rundenstrategie und Echtzeitkonflikten. Als Download war das Spiel schon einige Zeit erhältlich, nun hat es der Publisher dtp auch verpackt in die Ladenregale gebracht.

Panzer marsch

Die Schlacht in Kharkov ging über mehrere Tage, im Spiel ist das ganze in sechs Szenarien aufgeteilt worden. Und die spielt man nicht eben mal zwischendurch, jedes Szenario nimmt gut und gerne einige Stunden Spielzeit in Anspruch. Alles fängt mit kleinen Scharmützeln und Kämpfen an und gipfelt in einer großen Schlacht. Los geht alles jeweils auf der strategischen, in Planquadrate unterteilte, Übersichtskarte. Hier hat man die Möglichkeit, seine Einheiten zu verschieben, Angriffe zu befehlen, Reparaturen anzuordnen oder auch sich seine erfolgreichsten Soldaten anzusehen. Hat man alles erledigt, ist der von der KI gesteuerte Gegner dran, treffen die Truppen auf der Karte aufeinander, beginnt die Kampfphase.



Auf in den Kampf

In der Kampfphase geht es in die einzelnen Gefechte, die bis zu einer Stunde dauern können. Im Schlachtgebiet, einem kleinen Teil aus der Karte, gibt es verschiedene Punkte, die man einnehmen kann, um das umkämpfte Gebiet zu erobern. In den Kämpfen macht sich der enorme Realitätsgrad des Spiels bemerkbar, sei es bezüglich der rund 90 unterschiedlichen Truppenteilen mit Panzern, Flugzeugen, Infanterie und Artillerie oder dem Verhalten der Truppen im Kampf. Es ist halt kein Actiongame, sondern eine Simulation. Und so kann man nicht eben eine Taste für Luftunterstützung drücken und eine Sekunde später hagelt es Bomben auf den Gegner. Ohne einen Beobachter oder Richtschützen für die Koordinaten läuft gar nichts und auch dann muss man noch eine Weile warten, bis die Flugzeuge auch eintreffen. Und ist die eigene Truppe durch einen verlustreichen Kampf schon demoralisiert, läuft sie bei weiterem Beschuss auch schon mal panisch davon.



Einen Panzer zu fahren ist leichter

Kommen wir zur Bedienung des Ganzen und hier liegt der Hund begraben. Die Steuerung des Spiels ist sehr komplex und raubt einem schon ein wenig den Spielspaß. Die Karte und die Menüs sind leider ziemlich unübersichtlich, was die Steuerung schon ziemlich erschwert. Aber hat man das alles erst einmal verinnerlicht, macht das Spiel schon deutlich mehr Spaß.

An "Achtung Panzer: Krarkov 1943" sollte man nicht mit Erwartungen rangehen, ein Actionspiel mit etwas Strategie zu bekommen, dann legt man die Disc nach spätestens einer halben Stunde frustriert zur Seite. Wer aber eine extrem realistische Simulation mit hohen strategischen Anforderungen sucht, ist mit diesem Spiel auf der sicheren Seite. Viele verschiedene Truppenarten mit realistischen Eigenschaften, vielfache Möglichkeiten bei der Schlachtplanung und Abwechslung durch unterschiedliches Wetter und dem Wechsel von Tag und Nacht machen das Spiel zu willkommenem Futter für Sofageneräle. Wie bei Simulationen üblich wurde nicht der größte Wert auf Grafik, Effekte und Sound gelegt, sondern auf den Wirklichkeitsgrad der Kämpfe. Wer eine gute, komplexe Simulation sucht und die schwierige Steuerung nicht abschreckt, ist hier auf der sicheren Seite.


 

Geschrieben von: Bert Werner am 06.06.2010





  

Positiv

  • hoher Realitätsgrad
  • viele unterschiedliche Truppen
  • umfangreiche Strategiemöglichkeiten

Negativ

  • zu komplexe Steuerung

 


| Powered by Koobi:CMS 7.25 © dream4® | Impressum | Bookmark and Share