Artikel (Review)
Deponia
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Dass die Jungs und Mädels vom Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment witzige und trotzdem auch gehaltvolle Point'n'Click Adventures können, haben sie schon mit Titeln wie 'Edna bricht aus", "The Whispered World' und 'Harveys neue Augen' bewiesen. Nun steht ihr neustes Werk 'Deponia' in den Regalen, welches wie gewohnt mit Witz und liebevoll handgezeichneten Grafiken, aber auch als Verwechslungskomödie und Liebesgeschichte punkten will. Und das in einer dystopischen Science Fiction Welt, in der es vor allem um eines geht – Müll.
Hauptdarsteller dieser Geschichte ist der arbeitsfaule und großmäulige Rufus, der bei seiner Ex-Freundin zur Untermiete wohnt und nur ein Ziel kennt: seiner stinkenden Heimat auf dem Müllplaneten Deponia zu entkommen und in die schwebende Stadt Elysium aufzusteigen. Dort verspricht er sich ein Leben in immerwährendem Luxus, anstatt im Schrottplatz der höheren Welt zu versauern. Doch weil seine Klappe größer ist als seine Fähigkeiten, sind seine Fluchtversuche bisher zum Scheitern verurteilt gewesen. Eines Tages jedoch, als mal wieder einer seiner Fluchtversuche in einem Desaster endet, bringt er ein unerwartetes Präsent mit auf die Oberfläche. Die ebenso junge wie attraktive Elysianerin Goal schlägt buchstäblich in seinem Heimatdorf Kuvaq ein und bringt damit Geschehnisse in Gang, die über Leben und Tod eines jeden Bewohners von Deponia entscheiden können. Rufus erkennt darin natürlich seine Chance zur Flucht in ein besseres Leben, verliebt sich dabei aber spontan Hals über Kopf und wird so in eine diabolische Verschwörung verwickelt. ![]() Handgezeichnete Grafiken in klassischem 2D, durchdachte Rätsel und ein mittunter beißender Humor sind bisher das Markenzeichen von Adventures aus dem Hause Daedalic, und 'Deponia' setzt diese Tradition mit Bravour fort. Autor Jan Müller-Michaelis versteht es nicht nur eine mitreißende Geschichte zu Papier zu bringen, sondern weiß auch mit der deutschen Sprache umzugehen und so die spielerische Qualität zu erhöhen. Das Ergebnis sind mit Wortwitz gespickte Dialoge und zahlreiche Anspielungen im Geiste eines Terry Pratchetts oder Douglas Adams. ![]() Nicht nur die Dialoge, sondern auch das Rätseldesign kann durchweg als gelungen bezeichnet werden. Die über drei Kapitel verteilten Knobeleien sind alle logisch und erreichen nahezu die Qualität der alten Lucas Arts Klassiker. Wieder mit von der Partie sind zahlreiche Minigames, die sich gut in die Handlung einfügen, bei Bedarf aber auch übersprungen werden können. Wer einmal nicht weiter kommt, erhält oft wertvolle Tipps in den zahlreichen Dialogen mit den anderen Bewohnern von Deponia. So dürfen sich auch erfahrene Adventure-Fans auf eine Spielzeit von 10-12 Stunden freuen. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach gehalten: ein linker Mausklick interagiert mit der Spielwelt, mit rechts kann man Personen und Gegenstände genauer unter die Lupe nehmen. Das Mausrad öffnet und schließt das grafische Inventar, und das war's auch schon. Simpel, aber effektiv. ![]() Technisch gehört 'Deponia' mit zu dem besten, was das Genre zurzeit zu bieten hat. Nicht nur die HD-Grafiken mit ihrem ganz eigenen Daedalic-Stil wissen zu gefallen, auch auf flüssige Animationen wurde großen Wert gelegt. Das betrifft nicht nur die Lippensynchronität, sondern auch zahlreiche Bewegungen, die zum Teil für einmalige Aktionen erstellt worden sind. Auch beim Sound schöpft das Spiel aus dem Vollen. Das fängt bei den zahlreichen Musikstücken an, die sich zum Teil dynamisch dem Spielgeschehen anpassen, und endet bei den durchweg passenden Sprechern der Figuren. Für den Hauptcharakter Rufus konnte der Schauspieler und Synchronsprecher Monty Arnold gewonnen werden, dessen unverwechselbare Stimme vielen aus 'Der bewegte Mann' oder 'Upps – Die Pannenshow' bekannt sein dürfte. Dabei hat man nie das Gefühl den Sprechern in der Aufnahmekabine zuzuhören, sondern von der Betonung und der Dynamik her passenden Dialogen. ![]() In der limitierten Erstauflage kommt das Spiel in einem schicken Schuber daher und bietet als Dreingabe noch den Soundtrack zum Spiel auf einer Extra-CD sowie ein Wendeposter mit an. Auf einen Kopierschutz wurde löblicherweise verzichtet, Daedalic setzt lieber auf die ehrlichen Käufer und einen fairen Verkaufspreis von knapp 30 Euro.
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