Sie befinden sich hier:  Startseite / Artikel / Allgemein
Artikel (Review)

Alpha Protocol


Review: PC / PS3 / Xbox 360 (getestet)

Ein Rollenspiel um Agenten und Spione, Einsätze in fernen Ländern, Krisen und Verrat, da denkt man nicht umsonst gleich an den bekannten Mann im Geheimdienst ihrer Majestät. Aber James Bond kommt hier ebenso wenig zum Einsatz wie Jason Bourne oder gar Jack Bauer. Michael Thorton ist der Hauptdarsteller in Sega´s Agentenspiel Alpha Protocol.

Alpha Protocol heißt der wohl geheimste Geheimdienst, denn offiziell existiert er gar nicht. Von daher ist natürlich bei den Einsätzen, die den regulären Nachrichtendiensten zu heiß sind, keinerlei offizielle Unterstützung zu erwarten. Das Spiel beginnt mit einem ungewöhnlichen Tutorial. Michael Thorton, Agent von Alpha Protocol, erwacht in einem Krankenhaus und muss an den dortigen Wachen vorbei und aus dem Hospital herauskommen. Bewaffnet mit einer Pistole, die Betäubungspfeile verschießt und unterstützt von einer Kollegin, die über das PDA Tipps gibt, macht man sich mit der Steuerung im Spiel vertraut und auch mit einigen Mini-Games. Hier gilt es, Computer zu hacken oder die elektronischen Türsicherungen zu umgehen.



Spione wie wir

Es stellt sich heraus, dass alles nur eine Übung war und wir finden uns in der Zentrale von Alpha Protocol wieder. Hier gibts noch Einweisungen in diverse Waffen und dann geht es an die Charaktererstellung. Oder besser gesagt, Charakteroptimierung, denn unser Agent ist ja schon da. Nun können wir am Aussehen etwas feilen, beispielsweise einen Rauschebart addieren oder eine coole Sonnenbrille aufsetzen. Man kann sich eine Spezialisierung aussuchen, ganz nach Gusto, ob man lieber einen beinharten Soldaten spielt, einen Stealth-Experten, der spielend Wachen umgeht oder einen Techniker, der problemlos Computer knackt oder elektronische Schlösser öffnet. In den Missionen verdiente Punkte können dann, wie in allen Rollenspielen, in die Fähigkeiten unseres Agenten gesteckt werden. Geld, das man in Missionen "beschlagnahmt" kann bei Waffenhändlern investiert werden, um Ballermänner mit mehr Durchschlagskraft zu bekommen. Offenbar ist Alpha Protocol so geheim, dass sie sich nicht mal anständige Waffen leisten können.



Ab in die Wüste

Nicht nur persische Prinzen tummeln sich in der Wüste, sondern auch finstere Schurken, deshalb führt uns die erste Mission nach Saudi-Arabien. Ein Terroranschlag muss aufgeklärt werden, stellt sich aber im Verlaufe des Spiels, die Story wird hier mit sehr vielen Dialogen voran getragen, als riesiges Komplott heraus. Also gehts zum Einsatzort und man versucht zu schleichen und unerkannt zu bleiben, was aber so gut wie unmöglich ist, trotz der recht schwachen KI der meisten Gegner. Wer dachte OddJob in Goldfinger wäre eine taube Nuss, kennt die Schergen noch nicht, die einem hier gegenüber stehen. So merken es manche Wachen nicht mal, wenn sie fast über einen Kollegen stolpern, den wir gerade um die Ecke gebracht haben. Und da der Alarm sowieso irgendwann los geht, ballern wir uns den Weg zum Ziel einfach frei.



Hacken und verstecken

Spaß machen die Mini-Games, zumindest am Anfang. So muss man, um einen Computer zu hacken, aus durchlaufenden Zahlenreihen eine bestimmte Kombination markieren, um eine Tür zu knacken, muss das Schloss manipuliert werden, damit drei Zylinder auf die richtige Position gebracht werden. Alarmanlagen schaltet man aus, in dem man Leitungen überbrückt. Das ist alles recht knifflig, macht aber Spaß und ist eine nette Abwechslung, bzw wäre es, wenn es sich nicht ständig wiederholen würde. Mit der Zeit nervt es dann nur noch, denn auch die zur Verfügung stehende Zeit wird immer knapper. Überspringen kann man das leider nicht. Wie schon erwähnt, gibt es sehr viele Dialoge, die die Story voranbringen. Viele dieser Gespräche werden aber immens in die Länge gezogen, ohne wirklich viel Substanz zu haben. Was wiederum sehr gut ist, ist das Dialogsystem. Hier kann man die Gespräche in die gewünschte Richtung lenken, und mal freundlich und mal verärgert reagieren.

Alpha Protocol hat als Agentenrollenspiel mit einer guten Story und vielen Möglichkeiten für große Erwartungen gesorgt, die jedoch nicht alle erfüllt wurden. Mangelnde KI der Gegner, sich ständig wiederholende Mini-Games, und eine Grafik, die die Möglichkeiten der Xbox sicher nicht ausnutzt, sorgen für Minuspunkte. Ein sehr gutes Dialogsystem, gute Sprecher und ein angenehmer Sound sorgen für Pluspunkte. Alles in allem haben wir hier ein Spiel, das schon Spaß macht, aber an manchen Stellen frustriert. Und man hat das Gefühl, es wäre einfach mehr drin gewesen.

 

Geschrieben von: Bert Werner am 09.06.2010





  

Positiv

  • spannende Story
  • gute Sprecher

Negativ

  • mangelnde KI
  • nervige Mini-Games

 


Affenclub.net |Koobi:CMS 7.25 © dream4® | Impressum | Bookmark and Share