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Batman: Arkam Asylum GOTY


Review: PC / XBox360 / PS3 (getestet)

Ein halbes Jahr nach Erscheinen des Action-Hits mit dem dunklen Rächer aus Gotham City bringt eidos nun die Game of the Year Edition heraus. Wer meint, dass hier außer einem schicken Pappschuber kein Mehrwert geboten wird, der sollte sollte sich auf eine Überraschung gefasst machen.

Im Hauptspiel ist alles beim alten geblieben. Batman hat mal wieder den üblen Erzschurken Joker eingesackt und bringt das gut verpackte Bündel lieber gleich persönlich nach ins Arkham Asylum, Gothams Anstalt für schwergefährliche Kriminelle aller Art. Schnell stellt sich sein anfängliches Misstrauen als berechtigt heraus, denn der irre Clown entkommt bei der Einlieferung und übernimmt mit seiner nicht minder verrückten Helferin Harley Quinn gleich die komplette Anlage.



So liegt es an dem Mann mit der Fledermausmaske, mal wieder ordentlich unter dem Abschaum der Gesellschaft aufzuräumen und sich einer illustren Riege aus Superschurken zu stellen.

Hightech statt Bat-Anti-Haifisch-Spray


'Batman: Arkam Asylum' präsentiert sich dabei als waschechtes Action-Adventure, wobei das Augenmerk aber nicht auf stupiden Prügeleien liegt. Als Held ohne Superkräfte musste Batman sich schon immer mehr auf kurze, schnelle Aktionen und seine Hightech-Ausrüstung verlassen. Schon wenige Bewaffnete können sein Bat-Leben schneller beenden, als er auf dem nächsten Dach verschwunden ist. Darum schleicht er sich lieber wie ein dunkler Sam Fisher von hinten an seine Widersacher heran und schaltet sie schnell und lautlos aus. Dabei steht im ein beeindruckendes Arsenal aus den Wayne Tech Laboren zur Verfügung. Neben dem bekannten Batarangs bekommt er im Laufe der Geschichte weitere Gimmicks, wie zum Beispiel ein hochexplosives Gel, mit dem er sich den Weg frei sprengen kann. Oft gebraucht wird auch der Detektiv-Modus, in der allerhand zusätzliche Informationen eingeblendet werden, wie eine Art Röntgenblick oder Stellen, die  Batman elegant per Seilpistole erreichen kann. Zudem steht er ständig mit Oracle in Verbindung, das Alter Ego von Barbara Gorden, Tochter des Polizeichefs und ehemaliges Batgirl. Nachdem sie einst vom Joker in den Rollstuhl gebracht wurde, agiert sie hinter den Kulissen und unterstützt Batman aus der Ferne.    



Geht es gegen eine Gruppe von Unbewaffneten zu Werke, zeigt der Mann im Cape wie gut er mit den Fäusten umgehen kann. Schlag und Konter lassen sich zu einem virtuosen Tänzchen verbinden, in dem Batman Gegner um Gegner auf die Matte schickt. Mit der Zeit erlernt er neue Kombos, welche optisch sehr gefällig in Szene gesetzt werden. Tritt gegen's Knie, Schlag vor den Hals, und dann den Bösewicht schön am Boden mit einem gezielten Schlag ins Jenseits befördern. Blut spritzt bei einer 'USK ab 16' Freigabe keins, das ist aber im Original nicht anders. Für jeden erledigten Schurken gibt es Erfahrungspunkte, welche in Form kleiner Fledermäuse angeflattert kommen. Bei jedem Aufstieg in eine neue Stufe werden neue Fähigkeiten frei geschaltet, was 'Batman: Arkham Asylum' einen kleinen Rollenspiel-Anstrich verpasst.

Kevlar statt Strampler


Von der Präsentation gibt sich das Spiel keine Blöße. Die Grafik ist fein aufgelöst und trotzt an vielen Stellen nur so von Details. Die Innenlevel sind manchmal etwas schlauchartig aufgebaut, aber spätestens im Freien kommt fast das Gefühl einer offenen Spielwelt auf. Optionale Nebenaufgaben gibts aber keine. Das ist aber nicht schlimm, denn es gibt immer genug zu tun, und die Weitsicht ist teilweise großartig. Der Bildaufbau ist stets flüssig, nur manchmal springt ein unschöner Clipping-Fehler ins Auge. Ladepausen werden geschickt in kurzen Luftschacht-Krabbeleinlagen oder Zwischensequenzen versteckt. Großes Lob auch an die deutsche Vertonung, man merkt dass hier Profis im Studio waren. Puristen können aber auch auf das englische Original umschalten.



Die zahlreichen Möglichkeiten des dunklen Ritters wollen beherrscht werden, schließlich ist das Gamepad bis zur letzten Taste ausgenutzt und teils doppelt belegt. Knoten in den Fingern bekommt man dank sinnvoller Belegung aber nicht, und wichtige Aktionen werden vom Spiel eingeblendet. So schwingt man sich schon nach kurzer Zeit elegant von Dach zu Dach, oder gleitet stilvoll hinter den nächsten Gegner. Meckern kann man höchstens über die optische Vielfalt der Kontrahenten, die sich doch häufig gleichen wie ein Ei dem anderen.

Game of the Year Edition

Für die Neuauflage hat man sich nicht lumpen lassen und dem Spiel zusätzlich sechs Challenge Maps spendiert. Neben speziellen Herausforderungen auf vier neuen Karten kann der Spieler in die Haut des Jokers schlüpfen, oder die albtraumhafte Welt des Scarecrow betreten. Das ist nicht nur eine nette Dreingabe, sondern ein echter Mehrwert, der weitere Stunden Unterhaltung vor dem Bildschirm bietet.



Außerdem liegen noch zwei Papp-3D-Brillen in der Verpackung, schick im Batman und Joker Design. Das komplette Spiel ist jetzt nämlich auch in 3D spielbar. Die zu Grunde liegende Technik nennt sich 'Trioviz 3D', und setzt ähnlich dem anaglyphen Verfahren auf Rot/Grün Filter. Anders als bei alten Filmen behält das Bild aber hier größtenteils seine Farbtreue, und Doppelkonturen treten kaum auf. Der dreidimensionale Effekt wirkt erstaunlich gut, nur das zielen mit dem Fadenkreuz wird dadurch etwas anstrengend. Nichts desto trotz ist es bemerkenswert, die plastisch das Bild bei zugeschalteter 3D-Option wird. So lohnt es sich auch für Fans der alten Fassung, sich noch einmal dem Superschurken Joker zu stellen. 

 

Geschrieben von: Dirk Kons am 31.03.2010
Leserwertung: 





  

Positiv

  • gut erzählte Story
  • glaubwürdige Batman-Welt
  • gelungende Übersetzung
  • 3D-Modus
  • zusätzlicher Content

Negativ

  • Gegner teilweise ähnlich
  • vereinzelt Clipping-Fehler
     

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