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Artikel (Review)

Super Mario Galaxy 2


Review: Wii (getestet)

Wenn ein italienischer Klempner mit Schnauzbart, eine Prinzessin in Nöten, ein fieser Echsentyp und jede Menger Sternenkinder zusammen kommen, dann kann man sicher sein ein 'Super Mario Galaxy' vor sich zu haben.

Aber schön der Reihe nach: alle 100 Jahre findet im Pilzkönigreich das Sternenfest statt, ein Ereignis, welches sich Mario und sein Liebchen Prinzessin Peach natürlich nicht entgehen lassen wollen. Doch während die Festivitäten noch im vollen Gange sind taucht plötzlich ein gigantischer Bowser auf, um -Überraschung!- die Prinzessin in Richtung seines weit entfernten Sternenreichs zu verschleppen.



Was für ein Glück, dass zufällig auch ein Wanderer zwischen den Galaxien vorbei kommt und Mario einen Job als Steuermann anbietet. Denn Bowser steht anscheinend nicht nur auf Blondinen sondern auch auf Powersterne, die der Wanderer als Antriebskraft benötigt. Und so wäscht eine Hand die andere, Mario zieht los um sich Bowser zu stellen und Peach zurück zu erobern, und der Wanderer bekommt seine Sterne wieder. Für diesen Zweck dekoriert er auch mal schnell sein Raumschiff um und verwandelt es in einen riesigen, begehbaren Mario-Kopf, der fortan durchs Weltall fliegt.



Kenner des ersten Teils fühlen sich in ‚Super Mario Galaxy 2’ sofort heimisch, für alle Neueinsteiger gibt es zu Beginn ein idiotensicheres Tutorial. Darüber hinaus liegt jedem Exemplar des Spiels eine DVD mit den grundlegendsten ersten Schritten und Tricks bei.
Auf den ersten Blick gibt es wenig Neues zu entdecken. Der Spieler steuert einen Planten an und hüpft durch die Level, die sich jeweils an ein Thema orientieren, um die verstreuten Powersteine zu ergattern. Am Ende wartet meist ein Bossgegner, und die letzte Welt einer Galaxie ist stets die gewohnte Hölle aus Lava und altem Gemäuer, wo es gegen Bowser persönlich oder zumindest seinen Nachwuchs geht.



Nichts Neues also in Mario-Land? Mitnichten, viele Änderungen sind nur auf den ersten Blick nicht sichtbar. ‚Super Mario Galaxy’ war ein sehr gutes Spiel, an dem es schon nicht viel zu verbessern gab.
Und so sind es die vielen kleinen Stellschrauben, an denen bei ‚Galaxy 2’ gedreht wurde, damit es mehr ist als nur ein Add-on zu Teil eins. Die wohl wichtigste Neuerung ist dabei der Auftritt von Yoshi, dem beliebten kleinen Reitdinosaurier. Dieser ist gefräßig wie eh und je, was immer auch vom Pointer der Wiimote markiert wird verschwindet schwupps in seinem Magen. Neben kleinen Flugeinlagen, mit denen auch höhere Plattformen erreicht werden können, kann er sich mit seiner langen Zunge auch an Blumen festhalten und diese als Trapez benutzen. In manchen Leveln liegen scharfe Paprika verstreut, die anscheinend nach dem Genuss sofort ein zweites mal brennen, da Yoshi dann den Turbo einlegt und abgeht wie die Feuerwehr. Passender weise schafft er so auch extreme Steigungen, dumm nur, dass ausgerechnet diese Etappen wahre Hindernispacours sind…



Außer Yoshi findet Mario neben einigen bekannten Kostümen (zum Beispiel Bienenmario) auch neue Verkleidungen nebst passenden Fähigkeiten. Als Steinmario verwandelt er sich auf Kommando in eine alles niederwalzende Steinkugel, Wolkenmario kann bis zu drei Wolken erschaffen und so ungeahnte Höhen erreichen. Findet der kleine Schnauzbartträger einen Bohrer, so kann er sich durch die Erde buddeln und auf der anderen Seite der Plattform wieder heraus springen. Kniffelige Plattformdesigns in drei Dimensionen und Gegner, die nur am Bauch verwundbar sind, fordern dann manchmal einiges an Querdenken. 
Grafisch hat sich nicht viel getan, manchmal tragen die Level sogar die Texturen ihrer Vorgänger auf. Dann gibt es aber wieder völlig neue Welten, in denen die Designer ihren Spieltrieb voll ausleben konnten. Langeweile kommt jedenfalls an keiner Stelle auf, zu schnell ist der Spielfluss, zu groß die Abwechslung. Besonders auf späteren Welten dürfte der eine oder andere Spieler etwas in schwitzen kommen, denn im Vergleich mit dem Vorgänger hat der Schwierigkeitsgrad angezogen. Den Core-Gamer wird’s freuen, der Causual-Zocker bekommt Nintendos bekannte Hilfefunktion an die Seite gestellt. Verbessert wurde auch die Steuerung, ihr wurden sozusagen die letzten Ecken abgeschliffen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit landet jeder Sprung genau da, wo man es erwartet hat, und den Wandsprüngen wurde ihre gefürchtete Fummeligkeit genommen.


Zu guter Letzt darf jetzt auch ein optionaler zweiter Spieler mehr als früher ins Geschehen auf dem Bildschirm eingreifen. Als kleiner Luma darf er wieder die überall verstreuten Sternteile aufsammeln und Gegner aufhalten. Neuerdings kann er auch Münzen und andere Upgrades greifen und zu Mario tragen, und sogar Gegner durch kräftiges schütteln der Wiimote vom Platz fegen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe, besonders bei großen Gegnermassen erleichtert der zweite Spieler Marios Leben massivst. 

Fazit: 'Super Mario Galaxy 2' ist wie zu erwarten war ein Pflichtkauf für die Wii und dürfte für viele ein Grund sein, die Konsole mal wieder zu entstauben. Einen echten Grund den Titel nicht zu spielen gibt es eigentlich nicht, aber es soll ja Leute geben, die mit Marios Hüpfereien überhaupt nichts anfangen können.


 

Geschrieben von: Dirk Kons am 14.06.2010





  

Positiv

  • Abwechslungsreiche Welten
  • Viel Spaß fürs Geld
  • DVD mit Anfängertipps

 


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