Artikel (Review)
Police - Die Polizei-Simulation
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Review: PC (getestet)
Fragt man kleine Jungs was sie mal werden möchten wenn sie groß sind, erhält man als Antwort meist 'Astronaut', 'Lokomotivführer' oder 'Polizist'. Wer als Steppke letzteren Wunsch hatte, aber dann doch nicht in den aktiven Staatsdienst eingetreten ist, kann seinen Traum jetzt zumindest am Bildschirm nach holen. Dass der Polizeialltag aber wenig mit TV-Serien wie 'Balko' oder 'Alarm für Cobra 11' zu tun hat, sondern primär viel Schreibtischarbeit erfordert, wird spätestens im Tutorial klar. ![]() Aber keine Angst, in 'Police - Die Polizeisimulation' müssen nicht in stundenlanger Kleinarbeit Anzeigen aufgenommen und Berichte getippt werden, so weit geht der Realismus dann doch nicht. Vielmehr wird der Spieler zum Anfang als Leiter einer kleinen Wache am Stadtrand einer namenlosen Großstadt eingeteilt und muss in seinem Bezirk für Recht und Ordnung sorgen. Zu einer guten Polizeiarbeit gehören in erster Linie Präventivmaßnahmen, also muss zu aller erst für einen funktionierenden Streifendienst gesorgt werden. Dazu müssen erst einmal Streifenbeamte eingestellt und auf frisch gekaufte Fahrzeuge verteilt werden, Fußstreifen und Bezirkseinteilungen wollen organisiert sein, und schließlich muss auch noch ein Dienstplan aufgestellt werden, denn kein Polizist kann rund um die Uhr im Dienst bleiben. Das alles steuert man über ziemlich ähnliche und teils überladene Menüfenster und muss dabei auch noch das Budget im Auge behalten. Spätestens hier wird klar, dass das Spiel auf knallhartes Micromanagement setzt, automatische Hilfen gibt es nur wenige. ![]() Alle Aktionen, die man als Spieler durchführt, erledigt man vor dem Hintergrund seiner Stadt in der Vogelperspektive. Auf dieser Karte spielt sich das Leben von 'Police - Die Polizeisimulation' ab. Wenn ein Vorfall gemeldet wird, das sind am Anfang eher banale Einsätze wie Körperverletzung oder Einbrüche, wird das durch ein blinkendes Icon signalisiert. Bei einem Einbruch kommt die Spurensicherung zum Einsatz, welche ihre Ergebnisse an die Kripo weiter gibt. Die ermittelt dann in Idealfall den Täter, welcher dann von Streifenpolizisten festgenommen wird. Später im Spiel, wenn sich der Bezirk immer weiter ausgedehnt hat, kommen auch noch größere Einsätze vor, wie verdeckte Ermittlungen im Drogenmilieu, Banküberfälle oder gar Aufstände, die in Schach gehalten werden wollen. Dazu erweitert sich natürlich auch der Bestand aus Personal und Fuhrpark, neben einem Spezialkommando stehen einem dann auch Hubschrauber und sogar Wasserwerfer zur Verfügung. ![]() Auf dem Weg zum Polizeichef müssen erst zahlreiche Aufgaben bewältigt werden, und das meist in einem Zeitrahmen von sieben Tagen. Ist danach die Aufgabe nicht erfüllt, wie zum Beispiel die Sicherheit in einem bestimmten Stadtbezirk um 35% zu erhöhen, oder ist die Bilanz der Finanzplanung im Minus, bedeutet dass das frühzeitige Aus der Karriere. Im weiteren Spielverlauf werden die Missionen immer komplexer, und die Hauptschwierigkeit besteht darin den Überblick zu halten. Denn der x-te Banküberfall oder Aufstand wird irgendwann zur Routine, ohne die Anforderung wirklich steigern zu können. Und so ist es dann auch die mangelnde Abwechslung, die man dem Spiel als größten Kritikpunkt ankreiden muss. Die Bedienung der vielen Menüs muss man lieben oder hassen. Die einen gehen in der Flut der Einstellmöglichkeiten und abrufbaren Informationen auf, die anderen unter. Wer ein Faible für Management-Simulationen hat, wird aber sicher einige unterhaltsame Stunden mit 'Police' verbringen. ![]() Die Grafik im Spiel wirkt etwas altbacken, die zoombare Karte ist schlicht und mit wenig Details. Die Menüs und Informationstafeln erfordern durch ihre Gleichförmigkeit schon einiges an Übung, bis man sich sicher in ihnen bewegen kann. Alles wirkt wie auf maximale Funktion getrimmt, die Optik zweckdienlich. Nicht unbedingt schlecht, die Übersicht bleibt dadurch stets erhalten, und bei Einsätzen gibt es auch immer nette Animationen zu sehen, aber trotzdem hätte es gern noch einen Tacken hübscher sein können. Beim Sound macht haben die Entwickler ihre Sache gut gemacht. Einsätze werden durch vertonte Funksprüche mitgeteilt, es gibt allerlei Soundeffekte, und die Musikuntermalung ist für eine Management-Simulation richtig gut geworden. Zur Bedienung gibt es nicht viel zu sagen, außer dass sie funktioniert aber manchmal durch die vielen Untermenüs etwas fummelig ist. ![]() Fazit: 'Police - Die Polizeisimulation' ist nicht schlecht, braucht aber seine Zielgruppe. Fans von Management-Spielen dürfen sich austoben und auch an kleinsten Schrauben drehen, könnten aber nach einiger Zeit an Motivationsmangel leiden. Action-orientierte Spieler dagegen dürften sich aber schnell langweilen.
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